Nach Gladbecker Bürgerentscheid: A52-Ausbau in weite Ferne gerückt

GLADBECK - Katzenjammer bei den Befürwortern des A52-Ausbaus in Gladbeck. Die Bürger haben sich klar gegen eine Beteiligung der Kommune an dem heftig umstrittenen Projekt ausgesprochen. Eine Lösung für die als Nadelöhr geltende Staustrecke ist erst einmal nicht mehr in Sicht.

Nach dem Votum der Gladbecker Bürger gegen einen Ausbau der A52 sieht das NRW-Verkehrsministerium eine Lösung für die viel befahrene Strecke erst einmal "in weite Ferne" gerückt. Selbstverständlich respektiere man das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids, teilte das Ministerium am Montag auf Anfrage mit.

Die Bürger der Stadt Gladbeck hatten sich am Sonntag mehrheitlich gegen eine Beteiligung der Kommune an der Finanzierung eines innerstädtischen Tunnels zum Weiterbau der A52 ausgesprochen. An dem Ratsbürgerentscheid hatten gut 23 000 Bürger teilgenommen, fast 13 000 stimmten mit Nein (55,9 Prozent). Das Votum galt als wichtiges Signal im langwierigen Planungsprozess der Autobahn.

Konkret ging es um einen kommunalen Eigenanteil von rund zwei Millionen Euro. Beim geplanten Ausbau der B224 zur A52 war unter anderem ein rund 1,5 Kilometer langer Tunnel vorgesehen, der die Gladbecker besser vor Lärm und Abgasen durch die Autobahn schützen sollte. Kritiker befürchteten aber durch den Tunnel eine noch stärkere Verkehrsbelastung. Täglich befahren rund 40 000 Fahrzeuge die Strecke, die zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen des Ruhrgebiets zählt.

Alle Beteiligten von Bund, Land und Kommune müssten sich nun an einen Tisch setzen , um über die neue Situation und das Vorgehen zu beraten, erläuterte das NRW-Verkehrsministerium. Der geplante Teilabschnitt auf dem angrenzenden Bottroper Stadtgebiet zwischen den Autobahnen A42 und A2 könne jedoch unabhängig von den bisherigen Planungen weiter verfolgt werden, hieß es.

Die zuständige IHK Nord Westfalen in Gelsenkirchen beklagte, dass mit der Entscheidung gegen das Projekt eine "einmalige Chance" vertan worden sei. "Der Ausbau der B224 zur A52 hätte die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Gladbeck und die Standortqualität der gesamten Region deutlich erhöht", teilte IHK-Präsident Benedikt Hüffer mit. - lnw

Quelle: wa.de

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