Zoo verbessert nach Tiger-Attacke Sicherheitstechnik

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MÜNSTER - Zwei Monate nach der tödlichen Attacke eines Tigers auf einen Tierpfleger zieht der Zoo Münster Konsequenzen: Bis Anfang 2014 will der Zoo die Technik im Tigergehege so verändern, dass sich ein Unglück wie vom 19. September nicht wiederholen kann.

"Wir sind in der Planungsphase und wollen die Anlage so verändern, dass auch menschliches Versagen nicht mehr möglich ist", sagte Dirk Wewers am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Wewers ist im Zoo für die Betreuung der Tiger als Kurator verantwortlich.

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Mit Hilfe der neuen Technik sollen die beiden Schieber, die im Tigergehege den Außen- und Innenbereich für die Tiere trennen, elektronisch und hydraulisch mit der Schleuse für die Pfleger gekoppelt werden. "Wenn in Zukunft einer der beiden Schieber noch offen ist, kann kein Pfleger durch die Außentür der Schleuse ins Außengehege gehen", erklärt Wewers. Nach seiner Kenntnis ist diese Technik bisher noch in keinem deutschen Zoo umgesetzt. Solche Sicherheitstechniken seien aber in der Industrie in anderen Bereichen längst Standard.

Sollte sich diese Lösung bewähren, will der Zoo in Münster schrittweise auch andere Gehege umrüsten. Zur Höhe der Kosten konnten der Kurator noch keine Angaben machen.

Mitte September war ein erfahrener Tierpfleger durch den Biss eines Tigers im Gehege getötet worden. Der Mann hatte eine offene Schiebetür übersehen und war durch eine Schleuse ins Außengehege gegangen. Um sein Revier zu verteidigen, lief der Tiger von innen zurück nach draußen und griff an. Die Staatsanwaltschaft hatte die Technik im Zoo überprüft und ihre Ermittlungen nach einem Tag eingestellt. Für die Ermittler stand menschliches Versagen als Ursache für das Unglück fest. Zoo-Chef Jörg Adler hatte direkt nach dem Tod des Pflegers angekündigt, die Technik auf mögliche Verbesserungen hin zu überprüfen. - lnw

Quelle: wa.de

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