Ansteckungen trotz 2G-Regel

Corona-Massenausbruch: Immer mehr Infizierte nach großer Partynacht in NRW

Immer mehr Corona-Infizierte: Auf einer Party-Nacht in Münster (NRW) mit 380 Gästen haben sich 63 Personen angesteckt. Dort galt die 2G-Regel.

Update vom 13. September, 18.49 Uhr: Nach einer Clubparty unter „2G“-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannten Corona-Infektionen auf 63 gestiegen. Die Krankheitsverläufe seien nach Kenntnis des Gesundheitsamtes aber bislang weiterhin mild oder liefen symptomfrei ab. 46 Infizierte kämen aus Münster. Die Gäste hatten sich bei einer Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt. Teilnehmen durften ausschließlich Geimpfte oder Genesene.

StadtMünster
Bevölkerung314.319 (2019)
Fläche302,9 km²

Update vom 10. September, 14.47 Uhr: Nach einer verhängnisvollen Partynacht am 3. September in Münster sind am Freitag noch weitere Infektionen mit dem Coronavirus bekanntgeworden. Nach Mitteilung der Stadt sind mittlerweile 39 Infektionen registriert worden - davon 22 Personen aus Münster. Und: Es ist wahrscheinlich, dass noch mehr Ansteckungen dazu kommen werden.

Bei den Betroffenen handelt es sich der Stadt Münster zufolge hauptsächlich um immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20. Diese verzeichnen milde Symptome oder sind asymptomatisch, heißt es.

Münster/NRW: Kontaktnachverfolgung nicht vorgeschrieben - und deshalb schwierig

„Da die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsieht, gestaltet sich die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten schwierig. Das Gesundheitsamt der Stadt Münster steht mit den Clubbetreibern im engen Austausch“, so die Stadt Münster weiter.

Wie es außerdem heißt, werde das von dem betroffenen Club bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept verwaltungsseitig als vorbildlich bewertet. Auch die geprüften Lüftungsanlagen überträfen laut Wartungsfirma die Anforderungen. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sagt dazu: „Nach bisheriger Erkenntnis hat der Club alle nach Coronaschutzverordnung NRW nötigen Rahmenbedingungen geschaffen.“

Münster/NRW: Verhängnisvolle Partynacht - Hygienekonzept laut Stadt einwandfrei

Nach aktuellen Erkenntnissen seien bei der Party 380 Personen vor Ort gewesen – die Coronaschutzverordnung schreibe keine Zugangsbeschränkungen in Form einer maximalen Personenzahl vor. Ab einer Zahl von 100 Personen in geschlossenen Räumen sei durch die Veranstalter jedoch ein Hygienekonzept vorzulegen. „Dies wurde umgesetzt“, so die Stadt Münster.

Und weiter: „Die 3G-Regelung ist dabei als Grundvoraussetzung anzuwenden. Im vorliegenden Fall hatten die Clubbetreiber selbstständig und im Rahmen des Hausrechts auf 2G verschärft: ausschließlich Geimpfte und Genesene sollten demnach Zutritt erhalten. Personen, die lediglich über einen Test (in diesem Fall PCR-Test) verfügen, haben demnach also keinen Zugang zur Veranstaltung gehabt.“

[Erstmeldung vom 9. September, 18.26 Uhr] Münster – 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind nach einer Partynacht in einem Club im Bahnhofsviertel von Münster (Nordrhein-Westfalen) registriert worden. Die Party fand unter 2G-Regeln statt. (News zum Coronavirus)

Münster/NRW: 26 Corona-Infektionen nach Partynacht

Es handelt sich nach bisheriger Erkenntnis auch um Impfdurchbrüche und Ansteckungen bei bereits Genesenen, wie die Stadt Münster am Donnerstag (9. September) mitteilte. Weitere Infektionen seien sehr wahrscheinlich, die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe auf Hochtouren, zahlreiche Kontakte müssten einen PCR-Bestätigungstest vorlegen.

Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen sei noch unklar. Der Eintritt zu der Party am 3. September erfolgte nach Stand der Dinge in verschärfter 2G-Regelung.

Party in Münster unter 2G-Regeln - Mehr Infektionen befürchtet

Aufmerksam wurden die Betroffenen, hauptsächlich Mittzwanziger, aufgrund milder Symptome und in weiterer Folge durch eine Meldung ihrer Corona-WarnApp auf dem Smartphone. 20 Infizierte wohnen in Münster, ein Mitarbeiter des Clubs ist nach Angaben der Stadt Münster ebenso positiv getestet worden.

Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen. „Die Impfung schützt vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen sind hingegen nicht auszuschließen“, sagte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Er warnte vor Sorglosigkeit bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen.  

Die Rufe nach der 2G-Regel werden lauter. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist zwar dagegen, erhöht den Druck auf Ungeimpfte dennoch spürbar. Die Impfzentren in NRW schließen bald. Nicht jeder, der sich dort gegen Corona impfen ließ, hat schon seine Zweitimpfung bekommen. Was tun, wenn man keinen Hausarzt hat?

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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