Habgier im Fall Medebach offenbar das Motiv

Rentner mit Waffeleisen und Schere getötet: Junge Sauerländer müssen sich wegen Mordes verantworten

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In diesem Haus in Medebach wurde der 67-Jährige getötet.

Der Fall erschütterte im Januar nicht nur das sauerländische Medebach: Ein 67-jähriger Mann wurde tot in seinem Haus aufgefunden, vier Wochen später fasste die Polizei zwei Tatverdächtige in Rumänien. Am Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Arnsberg der Prozess.

Mord aus Habgier lautet der Vorwurf gegen einen mittlerweile 22-jährigen Mann und seine gleichaltrige mutmaßliche Komplizin, die nach früheren Angaben der Polizei beide aus Medebach stammen. Die beiden sollen sich nach Angaben des Landgerichtes am Abend des 7. Januar "entsprechend eines zuvor gemeinsam gefassten Tatplanes zum Haus des Getöteten begeben haben, um diesen auszurauben und zu töten."

Dabei gingen sie offenbar sehr brutal vor: Nachdem der 67-jährige Rentner den beiden die Tür geöffnet hatte, sollen die zum Tatzeitpunkt 21-Jährigen ihn in den Flur gestoßen haben, woraufhin das Opfer zunächst in die Küche geflohen sein soll. Dort sollen die beiden Angeklagten ihm mit einem Waffeleisen mehrfach gegen den Kopf geschlagen haben. 

Mit Schere in den Hals gestochen

"Anschließend sollen sie in Tötungsabsicht neunmal auf den Hals des Getöteten eingestochen haben", heißt es in der Anklageschrift. Dazu soll das Paar eine Schere benutzt haben. Der 67-jährige Medebacher starb schließlich an Herz-Kreislauf-Versagen infolge des laut Gericht "umfangreichen Blutverlustes".

Nach der Tat sollen die Angeklagten dem Rentner sein Portemonnaie, in der sich eine unbestimmte Menge Bargeld befand, und sein Smartphone gestohlen haben. Zudem hatten sie den Autoschlüssel ihres Opfers an sich genommen und waren mit dessen Wagen geflüchtet.

Bekannte des Mannes hatten sich später Sorgen gemacht, weil sein Briefkasten nicht geleert wurde. Nachdem sie dann bemerkt hatten, dass in der Wohnung etwas nicht stimmt, alarmierten sie die Polizei, die die Leiche des 67-Jährigen fand.

Lebenslange Haftstrafe ist möglich

Das Fluchtauto wurde wenige Tage später in Züschen, etwa elf Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt, gefunden. Zu diesem Zeitpunkt richtete sich der Tatverdacht der Staatsanwaltschaft bereits gegen den 21-jährigen Angeklagten, der allerdings flüchtig war. Er und seine mutmaßliche Komplizin waren schließlich vier Wochen nach der Tat in Rumänien festgenommen worden, wohin sie nach Angaben des Landgerichtes Arnsberg mit einem anderen Auto geflohen sein sollen.

Seit ihrer Rückführung nach Deutschland sitzen die beiden 22-Jährigen in Hamm bzw. Gelsenkirchen in Haft. Sollten sie nun wegen Mordes verurteilt werden, kann ihnen eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen, wie Gerichtssprecher Daniel Langesberg im Gespräch mit der Redaktion berichtete. Aktuell deute nichts darauf hin, dass das Paar ein Geständnis ablegt, es sei aber auch nicht auszuschließen.

Der Prozess beginnt am Donnerstag (15. August) um 9 Uhr vor der Großen Strafkammer als Schwurgericht. Es wurden zudem sieben Fortsetzungstermine (5. und 26. September, 11. und 30. Oktober sowie 5., 12. und 19. November).

Quelle: wa.de

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