Montgolfiade startet in Warstein

22. Montgolfiade in Warstein ohne Ballonstarts und Night-Glow

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Zur Abnahme der Verkehrswege rund um die Montgolfiade startete gestern Vormittag Hermann Löser (r.) mit Roswitha Wrede und Rudi Hötte vom Ordnungsamt der Stadt Warstein sowie mit Dieter Klare und Rudi Uhlen von der Warsteiner Polizei.

WARSTEIN - In wenigen Stunden wird die 22. Internationale Montgolfiade eröffnet, doch leider bleibt der für Organisatoren, Teilnehmer und Besucher beliebteste Programmpunkt am Freitagabend aus: Nach Rücksprache mit Meteorologe Michael Noll sehen die Prognosen für den Ballonstart leider so aus, dass aufgrund von zu viel Wind und Regenschauern keine Starts stattfinden können.

Aus dem gleichen Grund wird auch das Night-Glow beziehungsweise das Candlelight-Glow dem Regen zum Opfer fallen.

Dagegen sind die Aussichten für Samstagmorgen schon deutlich besser – zwar weht noch ein leichter Wind, aber dem dann ersten Ballonstart der Montgolfiade dürfte sonst nichts im Wege stehen.

Doch das Programm hat natürlich noch zahlreiche weitere Highlights zu bieten – der Festplatz mit Kirmesbuden, Sponsorenständen und Bundeswehrausstellung öffnet planmäßig um 16 Uhr und auch im Festzelt wird einiges geboten. Ab 19.30 Uhr kommen alle Tanz- und Feierwütigen auf ihre Kosten, denn dann eröffnet die Live-Band DELUXE – präsentiert von Hellweg Radio – den neuntägigen Feiermarathon.

In seine 22. Runde geht das Ballonfestival am Freitag. Und damit daraus für alle Beteiligten und Gäste ein möglichst ungetrübter Spaß wird, ist im Vorfeld eine logistische Meisterleistung nötig.

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So wird das Wetter

Wer Hermann Löser dieser Tage versucht zu erreichen, muss schon ein bisschen Glück mitbringen. Und wenn man ihn dann erwischt, rattern nur so die Informationen aus ihm heraus, dass man kaum mitkommt. Man merkt: Der WIM-Chef ist in Eile. Bis zum offiziellen Startschuss muss auf dem Festgelände und rundum alles bestens vorbereitet sein – und „das ist ein extremer Aufwand, den wir da betreiben“. So kommt etwa das Absperrband nicht nur auf dem Parkplatz zum Einsatz, sondern auch entlang der B55, damit niemand unbedacht die Straße überquert. Löser weiß aus Erfahrung: „Man glaubt gar nicht, wie unvernünftig manche Leute sind.“ Ebenso werden die Felder rund um die „Platte“ wieder abgesperrt, nach einigen Fällen von Vandalismus in den Vorjahren. Allein hier stehen acht Posten zur Absicherung bereit. Weitere neun kümmern sich um die eigens ausgewiesenen und geschotterten Zufahrtswege.

Nicht zuletzt müssen die Rettungswege vorbereitet werden. Für letztere gelten seit einiger Zeit erhöhte Auflagen, erläutert Hermann Löser: „Da wird akribisch genau mit dem Maßband abgemessen.“ So geschehen gestern Morgen: Da führte der WIM-Chef Dieter Klare und Rudi Uhlen von der Warsteiner Polizei sowie Rudi Hötte und Roswitha Wrede vom Ordnungsamt zur Abnahme der Verkehrswege über das Festgelände.

Mindestens 250 Schilder werden aufgestellt, um einen reibungslosen Ablauf der Montgolfiade zu garantieren.

Apropos Stadt und Polizei: Auch dort haben die Verantwortlichen mit der Montgolfiade alle Hände voll zu tun. Das zwar bereits zum 22. Mal und damit mit einiger Routine, doch ein Berg an Arbeit ist es trotzdem jedes Jahr wieder. Im Ordnungsamt etwa, wo Leiter Willi Dicke angesichts seines bevorstehenden Ruhestandes das letzte Mal die Federführung hatte, wurde bereits seit der WIM 2011 eifrig am Sicherheitskonzept gefeilt, das seit der Love Parade-Katastrophe in Duisburg Pflicht ist. In Kooperation mit allen Beteiligten – Brandschutz, Polizei, Feuerwehr, Veranstalter, Rettungsdienst, Bauordnungsamt und nicht zuletzt das Kreisordnungsamt – wurde über Monate hinweg an dem Konzept gearbeitet, bis am 15. August endlich die Genehmigung für die WIM erteilt werden konnte.

Auch Wachleiter Dieter Klare musste schon weit im Vorfeld einiges organisieren: vom Einsatzbefehl hin zu den täglichen Durchführungsplänen, die regeln, welcher Polizist wann und wo welche Aufgabe zu übernehmen hat. Am heutigen Freitag geht dann die Hauptarbeit für die Polizei los. Auf dem Gelände werden Zivilstreifen unterwegs sein, und die mobile Wache bezieht oberhalb des Festzelts Stellung. Insgesamt 15 bis 20 Polizeibeamte sollen gewährleisten, dass es keine Schlägereien gibt oder dass verlorene Kinder ihre Eltern wiederfinden. „Wir wollen durch ständige Präsenz den Besuchern vor Ort das Gefühl vermitteln: ,Hier fühle ich mich sicher’“, unterstreicht Klare.

Besonders aufwändig wird es für die Ordnungshüter, wenn ein Nightglow oder Feuerwerk zu Ende geht und die Massen vom Festgelände strömen. Damit dann kein Verkehrschaos entsteht, werden entlang der B55 die Ampelanlagen ausgestellt. Stattdessen regeln fünf bis sechs Einsatzkräfte per Hand den Verkehr. Deren Anweisungen, ruft Klare in Erinnerung, haben Vorrang vor allen anderen Verkehrszeichen.

Am Freitagabend wird die WIM ihren Organisatoren und den Sicherheitskräften allerdings voraussichtlich nicht ganz so viel Arbeit bereiten: Angesichts sehr schlechter Wetterprognosen fallen Starts und Nightglow vermutlich ins Wasser. Die endgültige Entscheidung wird am Vormittag getroffen. - Dorothee Lübke

Quelle: wa.de

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