Mögliche Provinzial-Fusion: Rechtsform und Standorte umstritten

MÜNSTER - Fusionieren die Provinzialversicherungen Nordwest und Rheinland? Die Vorstände stellten am Montag in Münster ihre Pläne vor. Die Abgeordneten der Landschaftsverbände aber wollen erst noch Informationslücken schließen.

Bei den Landschaftsverbänden Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) gibt es zu einer Fusion der Provinzial-Versicherungen Nordwest und Rheinland noch offene Fragen und Streitpunkte. In einer gemeinsamen Sondersitzung der Hauptausschüsse zeigten sich hinsichtlich der angedachten Rechtsform und der Standorte der neuen Gesellschaften unterschiedliche Vorstellungen. Details wollte ein Sprecher des LWL in Münster nach der nichtöffentlichen Sitzung nicht nennen.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Ulrich Rüther für die Provinzial Nordwest und Walter Tesarczyk für die Provinzial Rheinland hatten den Delegierten ihre Pläne vorgestellt. LWL-Direktor Wolfgang Kirsch lobte die Arbeit der beiden Vorstandsvorsitzenden, betonte aber, dass "sich der Prozess noch in einem sehr frühen Stadium befindet". Noch vor der Sommerpause treffen sich die Vertreter der beiden Landschaftsverbände erneut.

Abgeordnete aus beiden Landesteilen bezeichneten die Gesprächsatmosphäre als gut. "In der Sache besteht ja in beiden Parlamenten Einigkeit, dass nur eine Fusion langfristig die Werthaltigkeit der Provinzial-Versicherungen erhält", sagte ein Vertreter aus dem Westfalen-Parlament gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der LWL hält 40 Prozent der Anteile an der Provinzial Nordwest, der LVR ca. 33 Prozent an der Provinzial Rheinland. Mitgesellschafter sind verschiedene Sparkassenverbände.

Um die Plänen für eine engere Zusammenarbeit oder Fusion abschließend bewerten zu können, forderten die Abgeordneten von Rüther und Tesarczyk mehr Informationen. "Die Vorstände müssen Zahlenmaterial liefern, warum sich der eine Standort mehr als ein anderer anbietet. Das fehlt bisher." Zur Diskussion steht, die Sachversicherungen und die Unternehmens-Holding auf die Standorte Münster und Düsseldorf zu verteilen.

In einem Fusionsgutachten, dass im Auftrag der Provinzialeigner bis Ende März erstellt wurde, schlagen die Experten einen Arbeitsplatzabbau von rund 500 von 5600 Stellen vor. Alle Standorte, darunter auch Kiel, sollten erhalten bleiben. "Dieser Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen macht aus unserer Sicht Sinn. Wir nutzen für die Anpassungen der Strukturen die natürliche Fluktuation aus den Unternehmen", sagte ein SPD-Delegierter der dpa.

Neben den Standorten ist auch die Rechtsform nach einer Fusion umstritten. Zur Diskussion stehen eine Anstalt des Öffentlichen Rechts oder die Aktiengesellschaft. Zu dieser Frage gab es, so sagte ein Teilnehmer, auch in Münster unterschiedliche Ansichten.

Quelle: wa.de

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