Seit Montag

Möbelhäuser in NRW: Öffnung per „Click and Meet“ - so läuft es bei Ikea

Ab heute dürfen Möbelhäuser wieder öffnen. Voraussetzung für die Öffnung ist Click and Meet. Ikea will auf das Termin-Shopping bauen. Was das für Kunden bedeutet.

NRW - Möbelhäuser dürfen in Nordrhein-Westfalen seit Montag (8. März) wieder öffnen. Die Corona-Einschränkungen sind trotz der Erlaubnis für Öffnungen nach wie vor groß. Das bedeutet, dass Ikea, Höffner, Hardeck oder andere Anbieter auf das Konzept Click and Meet setzen müssen. Doch ist das für Möbelhäuser überhaupt sinnvoll? Ikea will seinen Kunden das Shopping-Erlebnis im großen Stil jedenfalls bald wieder ermöglichen. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Möbelhäuser vor Öffnung per „Click and Meet“: Ikea und Co. müssen auf dieses Konzept ausweichen

Bei der Bund-Länder-Konferenz mit Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer wurden einzelne Öffnungsschritte des öffentlichen Raums beschlossen, wonach ein Weg raus aus dem Corona-Lockdown aufgezeigt wird. Die Einschnitte für den Einzelhandel sind aber nach wie vor gewaltig. Denn vorerst dürfen ab Montag lediglich Blumengeschäfte, Buchläden und Gartenmärkte öffnen.

Und was ist mit Möbelhäusern und Einrichtungsmärkten wie Ikea, Höffner oder Hardeck? Auch für solche Geschäfte greift eine Regel ab Montag (8. März). Demnach ist deren Öffnung von Einrichtungshäusern in Nordrhein-Westfalen prinzipiell möglich. Denn: Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt in NRW derzeit (Stand: 5. März) bei knapp über 60 und somit deutlich unter 100. Allerdings müssen Möbelhäuser bei ihrer Öffnung auf Click and Meet ausweichen, bis die landesweite Inzidenz unter die 50er-Marke rutscht.

Möbelhäuser vor Öffnung in NRW: Ikea setzt auf Click and Meet

Click and Meet bezeichnet dabei die Weiterführung von Click and Collect. Letzteres haben Ikea und andere Möbelhäuser ja längst eingeführt. Danach werden Möbel online ausgesucht und schließlich vor Ort abgeholt. Bei Click and Meet geht es um das echte Einkaufserlebnis, wobei Kunden nach Terminvereinbarung vor Ort in einer ausgewählten Zeitspanne shoppen gehen können. Die Terminvergabe kann dabei online oder telefonisch, aber auch auf persönlichem Wege vollzogen werden. Welche Form die Anbieter nutzen, bleibt dabei den Geschäften selbst überlassen, solange die Hygieneregeln eingehalten werden.

Wie rentabel das Konzept Click and Meet für Möbelhäuser ist, muss vermutlich erst noch erprobt werden. Gemeinhin halten sich Kunden in Modegeschäften, in denen Click and Meet zum Beispiel anlaufen wird, ja gar nicht so lange auf wie in Möbelhäusern. Außerdem sind die Räumlichkeiten viel größer, was potenzielle Beratungsmöglichkeiten in einzelnen Einrichtungsbereichen erschwert.

Doch Ikea scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Demnach öffnet Ikea in Deutschland überall dort, wo das aufgrund der Inzidenzzahl möglich ist, seine Einrichtungshäuser und Planungsstudios für Click and Meet. „Das bedeutet, dass Kunden über ein Buchungstool auf Ikea.de ein Zeitfenster von 90 Minuten für einen Ikea-Besuch reservieren müssen“, teilte Ikea auf Anfrage unserer Redaktion mit. Noch ist dieses Buchungstool nicht freigeschaltet. Das soll aber zeitnah passieren.

Ikea setzt auf Click and Meet: Filialien in NRW wohl kurz vor Öffnung

Die Anzahl der Besucher soll für Click and Meet bei Ikea auf je einen Besucher pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche begrenzt werden, wie auch Ruhr24* berichtet. Ab wann genau das Shoppen vor Ort über Click and Meet möglich sein wird, „hängt von verschiedenen Faktoren ab und variiert von Standort zu Standort“, erklärte Ikea. Gemessen an der Inzidenz in NRW können sich Kunden aber schon auf einen baldigen Ikea-Besuch in Nordrhein-Westfalen, etwa in Essen oder Dortmund, freuen.

Bewährt sich das Konzept bei Ikea und anderen Vorreitern, ziehen vermutlich auch andere Möbelhäuser mit Click and Meet nach. Parallel dazu ist es gut möglich, dass die Einrichtungshäuser auch weiter auf Click and Collect setzen. Kunden sollten vorab also prüfen, ob das Möbelhaus ihrer Wahl das neue Angebot wahrnimmt.

Möbelhäuser in NRW: „Richtige“ Öffnung von Ikea und Co. für Kundenverkehr dauert noch

Ein Shopping-Erlebnis, wie es in Möbelhäusern zuletzt vor dem Jahreswechsel möglich war, wird sich vermutlich noch hinauszögern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erwachte Hamms größtes Möbelhaus Höffner erst Ende April aus der Corona-Starre. Ein ähnliches Schicksal könnte den Möbelhäusern auch in diesem Jahr blühen. Denn gemäß den Beschlüssen vom Corona-Gipfel können die Einrichtungshäuser bei einer stabil bleibenden Inzidenz (also konstant unter 100) frühestens ab dem 5. April wieder herkömmlich für Kunden öffnen. Dieses Szenario ist der vom Bund beschriebene fünfte Öffnungsschritt, wobei die Inzidenz sich zuvor insgesamt vier Wochen stabil gehalten haben muss.

Es gibt eine Ausnahme: Sollte NRW - entgegen dem aktuellen Trend - eine Inzidenz von unter 50 erreichen, können Möbelhäuser auch schon vorher wieder herkömmlich für Kunden öffnen. Herkömmlich heißt in diesem Fall ohne Vorankündigung. Außerdem wird dann bei einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern pro zehn Quadratmeter jeweils ein Kunde zugelassen. Übersteigt die Verkaufsfläche die 800 Quadratmeter - und das wird bei vielen Möbelhäusern der Fall sein - beginnt für die „überschüssigen“ Quadratmeter Verkaufsfläche eine neue Rechnung. Danach ist dann nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter zusätzlicher Verkaufsfläche zugelassen.

Realistisch ist eine zeitnahe Öffnung der Möbelhäuser für den Kundenverkehr vor Ort aber eher nicht. Die aktuell leicht steigende Inzidenz berücksichtigt die Lockerungen noch nicht, außerdem soll in den nächsten Wochen und Monaten viel mehr getestet werden. In diesem Zuge verkauft Aldi ab Samstag Schnelltests, die als Selbsttest für zuhause ausgelegt sind. *Ruhr24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN-MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

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