Minusgrade auf dem "Dach Westfalens": Einpacken wie eine Zwiebel

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Schnee in Winterberg.

WINTERBERG - In den Hochlagen des Sauerlandes kommt das Thermometer seit Tagen nicht aus dem zweistelligen Minusgrad-Bereich. Und auf den Bergen sind die gefühlten Temperaturen wegen des Windes noch deutlich arktischer. Da hilft nur Winterkleidung in Zwiebel-Technik.

Von Jörg Taron

Der nordrhein-westfälische "Eiskeller" liegt derzeit hoch auf den Bergen. Auf dem Kahlen Asten bei Winterberg bleibt das Thermometer auch tagsüber im zweistelligen Minusbereich. Harte Bedingungen für die Wetterbeobachter des Deutschen Wetterdienstes, die auf dem zweithöchsten Berg in NRW ihren Arbeitsplatz haben. Bis zu 20 Mal am Tag müssen sie zum Messfeld am Fuß des Astenturms oder auf die windige Plattform auf dem Dach steigen. Da hilft nur eins: "Vorher immer einpacken wie eine Zwiebel", sagt die Leiterin der Wetterstation, Petra Stielicke.

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"Die momentane Kälte ist schon extrem", sagt Stielicke. Denn knapp 18 Grad unter Null, wie derzeit, werden selbst auf dem 842 Meter hohen "Dach Westfalens" nur selten gemessen. Rekordwerte sind das aber nicht. "Den kältesten Winter gab es hier im Jahr 1956. Da hatten wir am 1. Februar minus 26 Grad", hat die 47-Jährige in den Aufzeichnungen gefunden. Sie selbst hat solche Minusgrade aber schon selbst erlebt, im mecklenburgischen Teterow. "Das war 1988. Da waren es Minus 28 Grad. Und ich musste mit dem Fahrrad zur Arbeit."

Tiefstwerte wie in Sachsen, wo das Thermometer auf unter minus 26 Grad gefallen ist, seien im Sauerland derzeit nicht zu erwarten. Die Kälte aus dem Osten schwäche sich Richtung Westen immer weiter ab. Bis zu 10 Grad unter Null seien im Winter in den Hochlagen des Sauerlandes allerdings nicht ungewöhnlich, sagt Stielicke.

Früher mussten die Wetterbeobachter noch häufiger ins Freie. Heute können sie die meisten Messinstrumente vom Computer aus überwachen. Aber nicht alles lässt sich im warmen Büro erledigen. "Die Augenbeobachtung ist immer noch wichtig", sagt Stielicke. Wolken, Sichtweite und vor allem die genaue Art von Niederschlägen könne der Mensch doch besser erkennen als die Technik.

"Mehrere Hosen, Pullover und Jacken übereinander", lautet Stielickes Rezept gegen die Kälte. Denn auf dem Dach des Astenturmes pfeift fast immer der Wind. "Da hat man bei diesen Temperaturen schnell das Gefühl, dass einem die Finger abbrechen."

"Dicke Handschuhe und warme Unterhose gehören dazu", beschreibt auch Stielickes Kollege Frank Dreblow die derzeitige Arbeitskleidung. Am Freitag ließ der Wind etwas nach. Am Mittag zeigte das Thermometer minus 11,6 Grad. "Das kommt einem schon fast warm vor", kommentiert Dreblow die Zahl. Doch überstanden ist die Kälte noch längst nicht, es bleibt vorerst sibirisch. "In der Nacht zum Sonntag kann es in den hochgelegenen Tälern auch bis zu Minus 20 Grad kalt werden", sagt Dreblow.

Quelle: wa.de

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