Minister Remmel: Nationalparkverwaltung Eifel neu bauen

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Die Burg Vogelsang, die ehemalige Ordensburg der Nationalsozialisten, in Gemünd. Im Ringen um die Unterbringung der Nationalparkverwaltung Eifel hat der nordrhein-westfälische Umweltminister Position bezogen

DÜSSELDORF - Tausende Quadratmeter Gebäudefläche stehen auf der früheren Nazi-Ordensburg Vogelsang leer. Umweltminister Remmel will trotzdem neu bauen. Alles andere wäre aus seiner Sicht zu teuer.

Im Ringen um die Unterbringung der Nationalparkverwaltung Eifel hat der nordrhein-westfälische Umweltminister Position bezogen. Johannes Remmel (Grüne) spricht sich in einem internen Brief für den Neubau der Nationalparkverwaltung auf dem Gelände der früheren Nazi-Ordensburg Vogelsang aus und gegen die Nutzung von alten, leerstehenden Gebäude. Der von der Standortentwicklungsgesellschaft (SEV) vorgeschlagene Ausbau eines alten Gebäudekomplexes sei wegen der hohen Kosten nicht verantwortbar, heißt es in einem internen Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Ein Neubau sei in Investition und Unterhalt deutlich preiswerter. Die SEV hatte sich von der Nutzung des repräsentativen "Malakoff-Komplexes" im Einfahrtsbereich des Areals auch eine Signalwirkung auf andere potenzielle Investoren erhofft.

Der Ausbau des alten Bestands würde laut Remmel 8,4 Millionen Euro kosten, der Neubau dagegen 4,7 Millionen Euro. Auch die laufenden Unterhaltskosten wären demnach bei dem Altbau deutlich höher, heißt es in dem Schreiben unter anderem an Bauminister Michael Groschek und Finanzminister Norbert Walter-Borjans (beide SPD).

Im rot-grünen Koalitionslager wird dem Vernehmen nach damit gerechnet, dass nur mit diesem Einspareffekt zwei andere Projekte auf Vogelsang finanziell gesichert werden können: das geplante Nationalparkzentrum für Besucher und das der Jugendherberge angegliederte Jugendwaldheim. Das Umweltministerium kommentierte das Schreiben nicht.

Die Ordensburg Vogelsang hat in mehreren veralteten Gebäudekomplexen eine Nutzfläche mit insgesamt 70 000 Quadratmetern. 50 000 Quadratmeter davon sind in denkmalgeschützten Gebäuden. Die Vermarktung gilt wegen des Gebäudezustands und wegen der Geschichte des Orts als frühere Eliteschule der Nazis als schwierig. - dpa

Quelle: wa.de

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