„Mini-Gymnasium“ für NRW

In der Schule

DÜSSELDORF ▪ Die für NRW angestrebte Gemeinschaftsschule muss mit mindestens jeweils drei Parallelklassen geführt werden. Dies geht aus dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf der rot-grünen Landtagskoalition hervor. Mehr noch: Will ein Schulträger eine Gemeinschaftsschule mit eigener Oberstufe einrichten, so soll er dies nur tun dürfen, wenn die Schule mindestens vierzügig eingerichtet wird.

Den Sinn der Größenvorgaben für die Schulform Gemeinschaftsschule erläuterte Marc Herter, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion: „Nur auf diese Weise lassen sich gymnasiale Standards halten, lässt sich eine gute Schulqualität sichern. Mit einer kleineren Schule wäre kein auswahlfähiges Angebot in der Oberstufe mit ausreichend Kursen zu schaffen.“

Die rot-grüne Minderheitsregierung will die Schul-Novelle im Herbst verabschieden und ist auf die Kooperation mindestens einer Oppositionsfraktion angewiesen. Gleichzeitig mit einem erneuerten Schulgesetz soll auch eine Verfassungsänderung kommen. Damit soll die aktuelle Bestandsgarantie für die Hauptschule aus der Landesverfassung herausgenommen werden. Im Gesetzentwurf von SPD und Grünen wird die Gemeinschaftsschule als zusätzliches Angebot neben den bisherigen Schulformen verankert.

Mindestens in den Klassen 5 und 6 soll dort schulformübergreifend auf Gymnasialniveau unterrichtet werden und ein Weg zum Abitur angeboten werden. Derzeit verhandelt Rot-Grün mit der CDU auf höchster Ebene über eine gemeinsame Linie in der Schulpolitik.

Ausführliche „Wasserstandsmeldungen“ sollen – so die Vereinbarung dazu – nicht gegeben werden. So erklärte Marc Herter zum Stand der Verhandlung nur knapp: „Ich setze auf den Kompromiss mit der Opposition.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann sprach gestern lediglich von „konstruktiven Verhandlungen“.

Bei den Liberalen warnte der FDP-Fraktionsvorsitzende Gerhard Papke die CDU. Ein Kompromiss wäre ein „historischer Fehler“. Sollte die CDU die Gemeinschaftsschule mittragen, würden sich die Christdemokraten von „ihrer Identität als bürgerliche Partei verabschieden“, sagte Papke. ▪ WA

Quelle: wa.de

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