Millionenklage um „Renoir“ abgewiesen

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Vom „Mädchen mit Orange“ gibt es nur ein Foto. Den Wert des verschwundenen Objektes schätzt die Gutachterin auf 50 Euro.

DORTMUND - Ohne Erfolg blieb der Versuch eines Geschäftsmannes aus Kroatien, das Land Nordrhein-Westfalen auf 32 Millionen Euro Schadenersatz für ein verschwundenes, vermeintlich echtes Bild des französischen Impressionisten Auguste Renoir zu verklagen.

Das Dortmunder Landgericht wies die Klage als unbegründet ab, da es sich bei dem vermeintlichen Original lediglich um einen wertlosen, schlecht erhaltenen Kunstdruck handele.

Sollte der Spruch der Dortmunder Zivilrichter rechtskräftig werden, muss der unterlegene Kläger sämtliche Verfahrenskosten für das Gericht, die Anwälte und Gutachter tragen. Diese in Kroatien einzutreibenden Summen könnten sich angesichts des millionenschweren Streitwerts schnell zu einem höheren sechsstelligen Betrag addieren.

Der zum Termin im klassischen Anzug und mit Privatdolmetscher angereiste Kroate hatte behauptet, dass ihm durch Verschulden des Landes ein echtes Aquarell von Renoir abhanden gekommen sei und ihm daher Schadenersatz zustehe. Das kleinformatige Bild war vor rund sechs Jahren von der Essener Staatsanwaltschaft im Zuge von Ermittlungen gegen seinen Besitzer wegen Betrugs und Steuerhinterziehung beschlagnahmt worden. Es landete in einem Panzerschrank der Asservatenkammer, war jedoch später spurlos verschwunden.

Zwischenzeitlich hatte ein Sachverständiger das kleine, nicht gerahmte Werk begutachtet und fotografiert. Sein Resümee war eindeutig: Das Blatt ist kein Original des berühmten Impressionisten, sondern lediglich ein zudem schlecht erhaltener Kunstdruck mit Rissen und Stockflecken.

Auch eine zusätzlich vom Gericht bestellte zweite Gutachterin, Expertin auf dem Gebiet der europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts, hatte keine Zweifel: Das Bild ist nicht echt und sei zudem wegen des schlechten Zustands völlig wertlos. Wäre das kleine Bildchen echt gewesen, so die ausgewiesene Kennerin, hätte es auf dem internationalen Kunstmarkt schätzungsweise maximal 300 000 Euro als Kaufpreis erzielen können.

Quelle: wa.de

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