Straßen.NRW will Maßnahmen beschleunigen

Milliarden für Autobahnen: 140 Großbaustellen in NRW geplant

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140 Großbaustellen soll es in den nächsten zwei Jahren in NRW geben.

Gelsenkirchen - Auch in den kommenden Jahren müssen Autofahrer auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen Geduld haben: 140 Großbaustellen wird es in den kommenden beiden Jahren im Land geben. Das gab Straßen.NRW am Mittwoch in Gelsenkirchen bekannt.

In Sanierung und Ausbau der Straßen-Infrastruktur des Landes NRW fließen Milliarden. 2018 hat der Landesbetrieb Straßen.NRW nach eigenen Angaben einen Rekordhaushalt von 1,4 Milliarden Euro gestemmt, im laufenden Jahr werde es nicht weniger sein, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. 

140 Großbaustellen stehen demnach in den kommenden zwei Jahren auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen an. Aber mit der steigenden Zahl der Baumaßnahmen würden auch die Anforderungen an das Baustellenmanagement steigen. "Wir müssen mit allen Beteiligten und Betroffenen so früh wie möglich ins Gespräch kommen", sieht Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek einen hohen Koordinationsbedarf. Ein wichtiger Baustein seien dabei die jährlich stattfindenden Baustellenkonferenzen.

Bei der diesjährigen in Gelsenkirchen kamen Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden mit den Planern von Straßen.NRW zusammen. Auch die Deutsche Bahn und Vertreter anderer Verkehrsträger waren zu der Konferenz geladen, um sich über die großen Bauvorhaben des Landesbetriebes zu informieren und wichtige Abstimmungen in die Wege zu leiten. "Wir wollen und müssen bauen. Aber wir wollen den Verkehr dabei so wenig wie möglich belasten", so Sauerwein-Braksiek.

Stabsstelle bündelt Informationen

Wer baut wann, wo und wie lange? Diese und weitere Fragen bündelt die im Herbst 2018 gegründete Stabsstelle Baustellenkoordination. "Sie hält über die Baustellenkonferenzen hinaus den Kontakt zu allen Beteiligten, immer mit dem Ziel, zeitliche und räumliche Konflikte zu vermeiden. Alle Informationen über Baustellen auf Straßen und Schienenstrecken werden in einer Datenbank gesammelt, in die auch Kommunen, Verkehrsbetriebe und die Deutsche Bahn Informationen zu ihren geplanten Bauprojekten einbringen", heißt es von Straßen.NRW. 

Ganz ohne wird es nicht gehen, dennoch lautet das Motto bei Straßen.NRW: "Weniger Stau trotz Bau".

Für Dr. Jan Lohoff, Leiter dieser Stabsstelle, sei die Abstimmung ein wichtiger Aspekt, doch auch die Information der Verkehrsteilnehmer habe für ihn einen hohen Stellenwert. "Unsere Daten fließen in das Portal verkehr.nrw.de ein. Hier finden Autobahnnutzer alle wichtigen Informationen für ihre Strecke", so Lohoff. Künftig sollen in dem Portal auch Baustellen-Informationen zu Bundes- und Landesstraßen zu finden sein.

Mit den hohen Investitionen steige auch die Zahl der Baustellen im Autobahnnetz, erklärt der Landesbetrieb. 2018 seien es mehr als 330 Arbeitsstellen längerer Dauer (mehr als 24 Stunden) gewesen. "Diese hohe Bautätigkeit ist nur mit guter Koordinierung möglich", sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek. Zumal zu den großen Maßnahmen noch etwa 22.000 Tagesbaustellen kämen: Das seien zum Beispiel Markierungsarbeiten, Gehölzpflege, Reinigung oder das kurzfristige Reparieren von Schadstellen oder Unfallschäden.

Oberstes Ziel: Belastungen reduzieren 

Oberstes Ziel sei es, die Belastungen für die Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, teilt Straßen.NRW mit. Das geschehe auch durch das Ausnutzen der verkehrsarmen Zeiten für Baumaßnahmen kürzerer Dauer. 47 Prozent der so genannten Tagesbaustellen auf den am meisten belasteten Strecken würden inzwischen in der Nacht erledigt. Die Baustellen längerer Dauer würden darüber hinaus mittlerweile ganz oder in Teilen, wenn sie über mehrere Monate gehen, zu einem Drittel am Wochenende abgewickelt (98 im vergangenen Jahr). "Soweit es möglich ist, bauen wir den Anteil der Nacht- und Wochenendarbeit weiter aus, damit gerade auf den hoch belasteten Strecken der Verkehr besser fließen kann", sieht die Straßen.NRW-Direktorin neben Koordination und Kommunikation auch in der Arbeitsplanung einen wichtigen Baustein für weniger Stau trotz Bau.

Neben den Koordinationsmaßnahmen stehe das Thema Beschleunigung ganz oben auf der Agenda von Straßen.NRW. Im Mai 2018 wurde von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ein sogenannter Acht-Punkte-Plan vorgestellt. "Darin sind Maßnahmen gebündelt, die Bauzeiten verkürzen und die Beschränkungen auf den Autobahnen reduzieren sollen. So werden Zwischenfristen vereinbart, Bonus-/Malus-Regelungen getroffen oder Mischlose ausgeschrieben, die verschiedene Gewerke in einem Auftrag bündeln", erklärt der Landesbetrieb. 

Auch die sogenannte Funktionalausschreibung solle helfen, schneller zu bauen. Der Auftraggeber "bestelle" dabei ein Bauwerk, Planung und Bau lägen dann beim Auftragnehmer. In 13 Bauverträgen seien über den Acht-Punkte-Plan hinaus Beschleunigungen vereinbart worden. Für die Verkehrsteilnehmer bedeute das laut Straßen.NRW: insgesamt 227 Wochen weniger Baustelle.

Quelle: wa.de

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