Milder Winter hinterlässt prall gefüllte Streusalz-Silos

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DÜSSELDORF - Der Winter war nicht wirklich kalt. Die Streusalzlager der Kommunen sind deshalb gut gefüllt. Siegen hat in diesem Winter mehrere hundert Tonnen verstreut. Andere brauchten nur eine Prise.

Der vergangene Winter war ungewöhnlich mild, geschneit hat es kaum. Die Streusalz-Vorräte haben die kalte Jahreszeit daher gut überstanden: In einigen Städten wurden die Lager nur angekratzt. Nach dem Eis- und Schneewinter 2012/13 hatten die Räumdienste teils extra viel gebunkert, um nicht in einen Engpass zu kommen.

Auf Bundes- und Landstraßen verbrauchte Straßen.NRW in der Saison 2013/14 nur 50 000 Tonnen Streusalz. In einem durchschnittlichen Jahr sind es knapp 140 000 Tonnen. "Eine grobe vorläufige Schätzung ergibt, dass wir etwa zwölf Millionen Euro für den Winterdienst ausgegeben haben, das entspricht etwa einem Drittel der sonst üblichen Ausgaben für den Winterdienst", berichtete Stephan Lamprecht, Sprecher des Landesbetriebs. Die übrigen 175 000 Tonnen Streusalz sind eingelagert.

Köln, die größte Stadt in NRW, verbrauchte nur 50 Tonnen ihrer Vorräte, wie die für den Räumungsdienst zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) mitteilten. Eingelagert sind noch 6000 Tonnen Streusalz. Diese Zahl orientierte sich an dem Winter 2012/13. "Dort haben wir 5600 Tonnen Salz gebraucht", sagte AWB-Sprecher Wilfried Berf.

Die Stadt Steinfurt im Münsterland streute 55 Tonnen. Vorrätig sind 400 Tonnen, die in einem harten Winter benötigt werden. "An einem wirklich heftigen Wintertag werden alleine etwa 30 Tonnen Salz gebraucht", erklärte der stellvertretende Bauhofleiter Andreas Happe. Man sei froh, dass wegen des milden Winters andere Arbeiten früher drankamen.

In Kleve am Niederrhein wurden gerade einmal 30 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht. Im Vergleich zum Extrem-Winter 2012/13 nicht viel: Hier wurden 600 Tonnen ausgestreut. Die drei Salz-Silos der Stadt sind noch voll. "Zwei bis drei Jahre können wir das Streusalz ohne Probleme einlagern", sagt Frank Dombek von der Stadt Kleve.

Die Entsorgungsbetriebe Essen blicken auf einen Winter zurück, der überhaupt nicht stattgefunden hat. Dabei waren schon im Sommer 2013 über 100 Fahrer mit Schneeschild-Trainingsfahrten geschult worden. Von den gebunkerten 5500 Tonnen Streusalz wurden gerade einmal 250 Kilogramm verbraucht - eine Prise.

Das Gegenteil in Südwestfalen: In Siegen wurden 900 Tonnen Salz in der letzten kalten Jahreszeit gegen Eis und Schnee gestreut. Nicht ungewöhnlich bei Höhenlagen von bis zu 400 Metern, teilte die Stadt Siegen mit. In einem gewöhnlichen Winter sei der Verbrauch um ein Drittel höher.

Ob Städte und Gemeinden wegen des milden Winter sparen konnten, lässt sich nicht ohne weiteres feststellen. Denn Streusalz wird zu unterschiedlichen Preisen eingekauft, die Verträge bestehen oft über mehrere Jahre. Auch gliedern Städte den Winterdienst aus und beauftragen externe Firmen oder städtische Unternehmen. Die Stadt Siegen veröffentlichte ihre Zahlen: So koste der Salzverbrauch in einem normalen Winter zwischen 200 000 und 250 000 Euro. Bei einem Preis pro Tonne von 85 Euro seien im vergangenen Winter rund 75 000 Euro für Streusalz ausgegeben worden. - lnw

Quelle: wa.de

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