Mikrozensus 2011: Moderne Volkszählung

DÜSSELDORF ▪ Von Detlef Burrichter ▪ Wie entstehen Wohnungen, Kindergärten und Schulen dort, wo sie in Zukunft gebraucht werden? Wie können die Verkehrssysteme zukunftsfest ausgebaut werden? Um Fehlinvestitionen zu verhindern, müssen die Planer erst einmal wissen, wie viele Menschen überhaupt in Deutschland leben, wie und wo sie wohnen und arbeiten. Doch die Daten in den Melderegistern sind längst veraltet. Volkszählungen fanden zuletzt 1987 im früheren Bundesgebiet und 1981 in der früheren DDR statt.

Mit dem Mikrozensus 2011, einer modernen Art der Volkszählung, sollen die Informationslücken nun geschlossen werden. Dazu ist es nicht einmal nötig, alle Menschen zu befragen. Gebäude- und Wohnungseigentümer sowie alle Heimbewohner werden vollständig erfasst, – darüber hinaus aber nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung., die von Interviewern aufgesucht werden. In NRW sind das etwa 1,5 Millionen Menschen in 740 000 Haushalten, die per Zufallsverfahren ausgewählt wurden. Für die Befragung wurden etwa 20 000 Interviewer ausgebildet, die sich ab dem 9. Mai bis Ende Juli mit Terminwünschen bei den Betroffenen melden werden. Wer die Fragen lieber schriftlich beantworten will, dem steht das frei.

„Alle Angaben werden strikt geheim gehalten. Persönliche Angaben verlassen nicht den abgeschotteten Bereich des statistischen Amtes“, versicherte gestern Hans-Josef Fischer, Präsident des Statistischen Landesamtes. Die Verwertung jeglicher Art sei untersagt. Wer dagegen verstoße, mache sich strafbar.

Befragt werden alle unter der vom Zufallsgenerator ausgewählten Adresse lebenden Personen. Sie werden nach Geschlecht, Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit sowie nach der sozialen und wirtschaftlichen Situation, Ausbildung und Erwerbstätigkeit und der Wohnsituation gefragt. Außerdem wird die Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft und dem Glaubensbekenntnis ermittelt. Die Antwort darauf ist allerdings die einzige, die freiwillig ist. Auch nach dem Migrationshintergrund wird gefragt.

Es ist möglich, dass Personen mehrfach befragt werden – wenn sie zum Beispiel Eigentümer einer Immobilie sind und ihre Wohnadresse zusätzlich vom Zufallsgenerator ermittelt wurde.

Quelle: wa.de

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