Mieterhöhung: Das ist für Mieter wichtig

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Prüfen Sie die Mieterhöhung: Sie ist nur gültig, wenn der Vermieter alle Regeln beachtet hat.

München, Berlin, Frankfurt – in vielen deutschen Großstädten herrscht Wohnungsnot. Die Mieten steigen ins Unermessliche und die Vermieter reiben sich die Hände. Wenn Ihnen die nächste Mieterhöhung ins Haus flattert, prüfen Sie diese genau. Auf was Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Ein Grund für die steigenden Mieten ist die Wohnungsnot. Hamburg scheint die große Ausnahme zu sein. Trotz knappem Wohnraum bleiben die Mieten dort relativ konstant. Allerdings befinden Sie sich auf einem hohen Niveau, wie ein Vergleich der Mietpreise in Hamburg zeigt. Zwar müssen Mieter dort derzeit keine Mieterhöhung fürchten. Eine Senkung ist bei bestehenden Verträgen aber auch nicht zu erwarten.

In den meisten anderen Großstädten gilt: Die Nachfrage bestimmt den Preis – und der geht im Zweifelsfall nach oben. Das trifft nicht nur auf Neuvermietungen zu, sondern auch auf bestehende Mietverträge. Wenn aber der Vermieter bei einer Mieterhöhung gegen die gesetzlich festgelegten Regeln verstößt, können Sie sich dagegen wehren.

Ohne Mieterhöhung durchs erste Jahr

Haben Sie Ihre Wohnung gerade erst bezogen, darf der Vermieter in den ersten zwölf Monaten keine Mieterhöhung fordern. Der Gesetzgeber verhindert damit billige Lockangebote der Vermieter – und eine saftige Mieterhöhung, sobald der Mieter eingezogen ist. Erst nach einer Sperrfrist von einem Jahr darf Ihnen der Vermieter die Mieterhöhung ankündigen. Nach weiteren drei Monaten darf er Sie dann zur Kasse bitten.

Ziehen Sie in eine Wohnung ein, darf der Vermieter mehr Miete von Ihnen verlangen als vom Vormieter. Dabei ist er nicht an die ortsübliche Vergleichsmiete gebunden. Die Wohnung sollte aber nicht mehr als 20 Prozent teurer sein als vergleichbare Objekte.

Mieterhöhung immer prüfen

Steht eine Mieterhöhung an, prüfen Sie diese Punkte:

  • Eine rechtmäßige Mieterhöhung orientiert sich immer an der Kaltmiete und muss schriftlich erfolgen.
  • Außerdem muss der Vermieter die Mieterhöhung begründen. Wenn er die gestiegenen Mieten in der Nachbarschaft als Anlass nimmt, muss er diese nachweisen: Entweder anhand des aktuellen Mietpreisspiegels oder dreier ähnlicher Wohnungen, die mehr kosten.
  • Die Mieterhöhung darf innerhalb von drei Jahren nicht über 20 Prozent liegen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Kappungsgrenze. Für Gebiete mit wenig Mietraum gilt seit dem 1. Mai 2013 eine Grenze von 15 Prozent. Solche Gebiete legt die zuständige Landesregierung fest.

Ihre Zustimmung ist für die Mieterhöhung nötig

Wenn Ihr Vermieter alle Formalitäten beachtet hat, sind Sie am Zug: Sie müssen der Mieterhöhung zustimmen. Dafür haben Sie zwei volle Monate Zeit, nachdem Ihnen das Schreiben zugegangen ist. Nehmen Sie die Mieterhöhung innerhalb dieses Zeitraums nicht an, hat der Vermieter drei Monate Zeit, das Geld einzuklagen. Tut er das nicht, ist die Mieterhöhung hinfällig.

Quelle: wa.de

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