Meisner geht in Rente- Alice Schwarzer lobt

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KÖLN - Am Sonntag wird Kardinal Meisner mit einer großen Feier verabschiedet. In versöhnlicher Stimmung zog er am Freitag Bilanz. Freundliche Worte kamen aus dem Frauenturm.

Kardinal Joachim Meisner hat seine teils drastischen Äußerungen zu gesellschaftlichen und politischen Fragen mit seinen Erfahrungen in der Nazi-Diktatur und in der DDR gerechtfertigt. "Wie viele Zeitgenossen meiner Generation weiß ich aus eigener Erfahrung, was Gottlosigkeit für die Menschenwürde bedeutet", sagte der 80-Jährige am Freitag in Köln.

"Deshalb bin ich nie müde geworden, für das Lernen aus diesen Erfahrungen zu werben. (...) Deshalb habe ich Missstände benannt, wo sich Menschen zum Herrn über das Leben machen." Inhaltlich stehe er weiter zu allem, was er gesagt habe. Er habe aber nie jemanden verletzten wollen. "Ich habe das nie beabsichtigt", sagte Meisner und bat noch einmal "alle um Vergebung, die ich enttäuscht habe".

Meisner war vor einer Woche auf eigenen Wunsch von Papst Franziskus in den Ruhestand versetzt worden. Am Sonntag wird er vom Erzbistum Köln feierlich verabschiedet. Er empfinde kein bisschen Wehmut oder Traurigkeit, sagte er. Seinem Nachfolger werde er nur Ratschläge geben, wenn dieser ihn darum bitte. In Köln bleibe er auch künftig. "Hier fühle ich mich wohl, und ich bin ja langsam auch zu einem Fan des Karneval geworden."

Freundlich äußerte sich zu seinem Abschied die ebenfalls in Köln wirkende Alice Schwarzer (71). Beim Thema Abtreibung seien sie natürlich gegensätzlicher Meinung, schrieb die Feministin in der "Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln". "Doch unabhängig davon verbindet uns durchaus so einiges." Sie erinnerte sich, wie Meisner sie einmal in ihrem Frauenturm besucht hatte und sie dort "ein sehr persönliches Gespräch" geführt hätten. Umgekehrt hatte Meisner im vergangenen Jahr in einem dpa-Interview gesagt, Schwarzer sei "viel vernünftiger, als sie oft dargestellt" werde. - dpa

Quelle: wa.de

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