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Marode Brücken in NRW: Autobahngesellschaft schlägt Alarm - Rahmede nur Beispiel

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Autobahnbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid ist kaputt und muss neu gebaut werden. Es ist nicht die einzige marode Autobahnbrücke in NRW.

Hamm - Die beschädigte Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid (NRW) ist kaputt - Reparatur unmöglich. Die Brücke muss neu gebaut werden. Und das dauert mehrere Jahre: Eine ganze Region wird ins Chaos gestürzt. Das Bauwerk in Lüdenscheid ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Ein interner Bericht der Autobahngesellschaft des Bundes schlägt Alarm. Viele Brücken in Deutschland - und vor allem in NRW - haben einen hohen Sanierungsbedarf.

BundeslandNRW
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)
Einwohner17,9 Millionen (2020)

Marode Brücken in NRW: Autobahngesellschaft schlägt Alarm - Rahmede nur ein Beispiel

Die Sperrung der A45 hat eine Lebensader für eine ganze Region durchschnitten. Ein Unternehmer im Rahmedetal bezifferte den volkswirtschaftlichen Schaden kürzlich erst auf mehr als eine Milliarde Euro. Wie hoch sind die Kosten, wenn gleich mehrere Autobahnen auf einmal gesperrt werden müssten? Unvorstellbar.

Die Autobahn GmbH des Bundes mit Sitz in Berlin kümmert sich seit Anfang des vergangenen Jahres zentral um die Fernstraßen für alle Bundesländer - Erhalt, Finanzierung und der Bau von Straßen stehen auf der Agenda der Gesellschaft. Ein Mammutprogramm, das jetzt noch größer werden dürfte. Wie der Spiegel berichtet, hat die Autobahn GmbH die Ergebnisse einer Untersuchung der bundesweit 28.000 Brücken vorliegen. Das Ergebnis: Die Talbrücke Rahmede ist kein Einzelfall.

„Sollten die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen an den Tausenden Bauwerken nicht im erforderlichen Umfang zeitnah umgesetzt werden, wird es in den kommenden Jahren zu erheblichen Verkehrseinschränkungen bis hin zu Sperrungen von Brückenbauwerken kommen“, zitiert der Spiegel aus dem internen Bericht.

Große Brücken-Schäden: Infrastrukur in NRW besonders Marode

Es sei absehbar, dass viele vor 1985 gebaute Brücken mittelfristig erneuert werden müssen. Nach ersten Berechnungen ist von mindestens einer Verdopplung von derzeit etwa 200 auf etwa 400 Autobahnbrücken pro Jahr auszugehen, schätzt die Autobahngesellschaft. Notwendig seien dafür nicht nur finanzielle Mittel, sondern aus Gesetzesänderungen, um schneller arbeiten zu können.

Die beschädigte Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid (NRW) ist kaputt. Sie muss neu gebaut werden.
Die beschädigte Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid (NRW) ist kaputt. Sie muss neu gebaut werden. © Cedric Nougrigat

Das größte Problem kommt wohl auf NRW zu. Die Infrastruktur hierzulande sei besonders marode. Das liege unter anderem an den vielen Straßen, die seit den 50er Jahren gebaut worden sind. Aber auch am vielen Schwerlastverkehr, der an Rhein und Ruhr unterwegs ist, und der erhöhten Last durch immer größer werdende Lkw. Zwei der drei maroden Brücken, die bereits für erhebliche Verkehrseinschränkungen sorgen, befinden sich schon jetzt in NRW. Neben der Rahmede-Brücke ist das die Rheinbrücke auf der A1 in Leverkusen. Kaputt ist auch die Salzbachtalbrücke auf der A66 in Wiesbaden (Hessen).

Im vergangenen Jahr hat die Autobahngesellschaft rund 150 Millionen Euro für die Planung darüber hinaus und 600 Millionen Euro für die zu sanierenden Brücken ausgegeben - für rund 200 Bauwerke. Eine Verdopplung der Brücken, würde zu einer Kostenexplosion führen.

Marode Brücken in NRW und Deutschland: Genehmigungsverfahren soll Arbeiten beschleunigem

Nach der Analyse soll jetzt priorisiert werden, welche Brücken besonders marode sind. Für bestehende Bauwerke müsse geprüft werden, ob eine Sanierung wirtschaftlich überhaupt noch vertretbar sei oder gleich neu gebaut werden muss. Die Autobahngesellschaft schlägt ein neues Genehmigungsverfahren vor, das soll die Arbeiten an kritischen Bauwerken deutlich beschleunigen.

Für die Talbrücke Rahmede und die A45 kommt das Gesetz wohl zu spät. Zu dieser Einschätzung kommt das Bundesverkehrsministerium in einem Bericht an den Verkehrsausschuss des Bundestags. Um Baurecht zu schaffen, sollen demnach die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden. *come-on.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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