Prozeß gegen Warendorfer beginnt:

"Ich habe ihr in den Hals gestochen, damit sie still ist"

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Der Angeklagte (links) spricht im Landgericht Münster auf der Anklagebank mit seinem Anwalt.

MÜNSTER - Bei einem Psychiater hat er gestanden, seine Frau erstochen und zerstückelt zu haben. Er sei gekränkt gewesen, sagte er zur Begründung. Jetzt steht der frühere Lehrer vor Gericht in Münster.

Kein Wort der Reue, keine Anzeichen von Trauer: Vor dem Schwurgericht Münster hat am Dienstag der Prozess gegen einen 49-Jährigen aus Warendorf begonnen, der seine Ehefrau erstochen und dann zerstückelt haben soll. Spaziergänger hatten die Leichenteile nach der Bluttat in einer Bauernschaft gefunden. Vor Gericht will der Angeklagte schweigen. Einem Psychiater hatte er nach seiner Festnahme jedoch gesagt: "Ich habe ihr in den Hals gestochen, damit sie still ist." Die Anklage lautet auf Totschlag. Mit einem Urteil ist voraussichtlich Mitte November zu rechnen.

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich am Abend des 21. April 2012 in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares abgespielt haben. Nach Angaben des Angeklagten hatte es kurz vor der Bluttat einen heftigen Streit gegeben. "Sie hat geschimpft, dass ich kein richtiger Mann bin", hatte der 49-Jährige dem Psychiater gesagt. Das sei das Schlimmste, was man ihm sagen könne. Kurz darauf habe er zu einem Obstmesser gegriffen und es seiner Frau in den Hals gestoßen. Die 58-jährige Altenpflegerin verblutete in der Küche.

Um die Leiche unbemerkt zu entsorgen, habe er Kopf und Gliedmaßen in der Badewanne abgetrennt, in Tüten und Taschen gepackt und im rund 25 Kilometer entfernten Ostbevern abgelegt. Dem Psychiater sagte der 49-Jährige: "Ich wollte sie einfach nur entsorgen." Kopf und linker Arm fehlen bis heute.

Das Paar war über 20 Jahre lang verheiratet, hatte sich in den Monaten vor der Tat allerdings mehrfach getrennt. Die beiden ehemaligen Lehrer waren 1995 von Russland nach Deutschland übergesiedelt. Der Angeklagte hatte sich in seiner neuen Heimat allerdings nie wohlgefühlt und nach eigenen Angaben immer mehr Alkohol getrunken.

Die Geschwister des Opfers sind noch immer fassungslos über die Brutalität. "Es ist sehr schwer für sie, dass sie ihre Schwester nicht komplett beerdigen konnten", sagte Anwalt Michael Amsbeck, der im Prozess einen Bruder vertritt.

Quelle: wa.de

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