Kidnapper gesteht bestialische Vergewaltigungen

+

BOCHUM - Das Martyrium dauerte vier Tage: Im Juni 2013 hat ein 46-Jähriger aus Recklinghausen eine damals 18-jährige Schülerin gekidnappt, verschleppt und immer wieder vergewaltigt. Vor Gericht gestand er seine brutalen Taten: "Stellen sie sich das Schlimmste vor."

Vier Tage lang war eine 18-jährige Schülerin aus Recklinghausen in der Gefangenschaft eines brutalen Vergewaltigers. Der Täter hatte sie auf der Straße gekidnappt. Seit Freitag beschäftigt das unfassbare Verbrechen das Bochumer Landgericht. Zum Prozessauftakt sagte der Angeklagte den Richtern: "Ich habe sie in bestialischer Form vergewaltigt. Stellen sie sich das Schlimmste vor." In einer Erklärung, die Verteidigerin Barbara Möller vorher verlesen hatte, hieß es außerdem: "Ich war ein tollwütiges Tier."

Vor Gericht erschien der Angeklagte mit einer schwarzen Sonnenbrille. Als er auf der Anklagebank Platz nahm, formte er die Finger seiner rechten Hand zu einer Pistole und simulierte die Abgabe von zwei Schüssen. Dabei zielte er auf die Fotografen und Kameraleute, die sich vor ihm postiert hatten. Später lächelte er und blickte spöttisch über den Rand seiner Brille.

Es war der 19. Juni 2013, als der Angeklagte vor seiner Haustür auf die Schülerin traf. Er sprach sie an, bat um Hilfe. Angeblich wollte er einen Käfig in den Keller tragen. Als die 18-Jährige ablehnte, hielt er ihr ein Messer an den Hals und zerrte sie über den Hinterhof bis in seine Wohnung.

Um ihren Widerstand zu brechen, schlug er ihr mit der Faust ins Gesicht und leckte anschließend das Blut ab. Laut Anklage sagte er dabei: "Ich halte dich jetzt eine Woche hier. Ich will meinen Spaß mit dir haben und dann bringe ich dich um."

Später soll er die Schülerin mit Schlafmitteln betäubt und immer wieder vergewaltigt haben. Erst nach vier Tagen hatte die 18-Jährige die Wohnung in Recklinghausen wieder verlassen können. Den Richtern erklärte er, dass er damals tagelang im Drogenrausch gewesen sei.

Heute 19-Jährige ist stark traumatisiert

Er hätte nie gedacht, dass er zu so etwas fähig sei. Außerdem flehte er beinahe darum, in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen zu werden. In der von seiner Verteidigerin verlesenen Erklärung heißt es dazu: "Ich fürchte sonst gänzlich zu einem Monster zu werden."

Trotz des Geständnisses soll die heute 19-jähriger Schülerin in der kommenden Woche als Zeugin aussagen. Nach Angaben ihrer Anwältin Berrit Lobeck leidet sie noch immer stark unter den Folgen der Tat. "Sie kann die Probleme des Alltags kaum bewältigen", sagte Lobeck am Rande des Prozesses. "Sie ist stark traumatisiert."

Ihren Peiniger wird sie aber wohl nicht noch einmal begegnen müssen. Der Angeklagte solle während ihrer Vernehmung den Gerichtssaal verlassen. Alternativ könne die Schülerin auch per Video-Schaltung vernommen werden. "Es kann ihr nicht zugemutet werden, dass sie ihm noch einmal in die Augen guckt", sagte Lobeck.

Neben der Tat in Recklinghausen wird dem 46-Jährigen außerdem die Vergewaltigung seiner Schwägerin vorgeworfen. Diese Tat soll Ende Mai 2013 passiert sein. Dazu erklärte der Angeklagte jedoch: "Das habe ich nicht getan." - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare