Lünen lehnt auch alternativen Forensik-Standort ab

LÜNEN/DÜSSELDORF - Ärger um neue Forensik-Standorte: NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat fünf neue Klinikstandorte für psychisch kranke Straftäter benannt. Nach Protesten hat sie Alternativstandorte in den fünf Kommunen benannt. Auch das trifft nicht auf Gegenliebe.

Der Widerstand gegen die geplanten fünf neuen Kliniken für psychisch kranke Straftäter in Nordrhein- Westfalen wächst. Am Donnerstag lehnte Lünen (Kreis Unna) einen Alternativstandort am Stadtrand an der A2 ab. Das neue Gelände wurde laut Gesundheitsministerium in einem vertraulichen Hinweis zur Prüfung vorgeschlagen. Der ursprüngliche Standort, ein Brachgelände nahe der Innenstadt, war bereits auf Widerstand gestoßen. "Wir halten Lünen generell als Forensikstandort nach wie vor für nicht geeignet", erklärte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick (SPD).

"Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, die generelle Entscheidung für einen Forensikstandort Lünen möglichst abzuwenden. Wir haben Akteneinsicht beantragt, auch um die generelle Entscheidung des Landes für den Standort Lünen zu hinterfragen", sagte Stodollick. Geplant sei unter anderem eine rechtliche Prüfung der Entscheidung und weitere Gespräche mit Ministerium und Landesregierung.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte betont, forensische Kliniken würden dort gebaut, wo am meisten Plätze fehlten. Neben Lünen sollen in Wuppertal-Barmen, Haltern am See, im oberbergischen Reichshof und in Hörstel-Dreierwalde jeweils 150 neue Plätze geschaffen werden. Alle 125 Städte und Gemeinden in den noch unterversorgten Landgerichtsbezirken Bonn, Dortmund, Essen, Münster und Wuppertal seien zuvor informiert worden.

Wuppertal hatte den vorgesehenen Standort, ein Gelände der Bereitschaftspolizei, bereits abgelehnt. Jetzt prüfe das Land eine vom Oberbürgermeister vorgeschlagene Alternative. - lnw

Quelle: wa.de

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