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Von oben! Flug über Talsperren im MK zeigt Folgen der Trockenheit

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Die Versetalsperre ist nur noch zu knapp 60 Prozent gefüllt.

Lüdenscheid - Malerisch fügen sich die Talsperren im Märkischen Kreis in die Landschaft ein. Doch in diesem Jahr ist etwas anders. Aus der Luft wird das besonders deutlich.

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Entlang der Ufer verlaufen helle Rahmen. Es sind die Stellen, die aufgrund des fehlenden Regens in diesem Jahr trocken gefallen sind. Luftbildfotograf Hans Blossey ist den Märkischen Kreis von Norden nach Süden durchflogen und hat sogar einen Abstecher zur Aggertalsperre im Oberbergischen Kreis gemacht. Seine Bilder dokumentieren die Trockenheit im Jahr 2018. 

Auch wenn es am vergangenen Wochenende etwas geregnet hat, gibt der Ruhrverband, der die Versetal- sowie die Fürwiggetalsperre betreibt, noch keine Entwarnung. Denn auch in der vergangenen Woche hielt das Niedrigwasser an. Die acht Ruhrverbands-Talsperren waren nur noch zu 43,6 Prozent gefüllt. 

Von oben gesehen: Niedrigwasser in den Talsperren des Märkischen Kreises

Übers Wochenende gab es zwar eine leichte Erholung; um ausreichend Wasser im System zu haben, müsste es aber zwei Wochen Dauerregen geben. Die heimischen Stauseen stehen im Vergleich noch gut da. Die Versetalsperre in Lüdenscheid ist aktuell noch zu 62,4 Prozent gefüllt, die Fürwigge-Talsperre auf Meinerzhagener Gebiet zu 55,6 Prozent. Dramatischer sieht es da schon in der Möhnetalsperre (32,6 Prozent vom Vollstau) und in der Hennetalsperre (34,8 Prozent vom Vollstau) aus.

Ruhrverbands-Sprecherin Britta Balt mahnt dennoch zu Gelassenheit und hat einen Beleg im Archiv gefunden. So wurde 1974 aus den acht Talsperren 1,4 Milliarden Kubikmeter Wasser entnommen, um den Wasserstand der Ruhr konstant zu halten. 2017 waren es nur 410 Millionen Kubikmeter. 2018 werde man zwar darüber liegen, den Wert von 1974 aber nicht ansatzweise erreichen.  

Seltener Anblick der Klamer Brücke an der Versetalsperre in Lüdenscheid.

Der Aggerverband betreibt neben der Aggertalsperre auch die angrenzende Genkeltalsperre bei Meinerzhagen. Auch dort ist die Trockenheit nicht spurlos an den Stauseen vorübergegangen.

Das Wasser aus den Talsperren des Aggerverbands gelangt seit den 1970er-Jahren über Leitungen nach Meinerzhagen und in den Einzugsbereich des Wasserbeschaffungsverbands Lüdenscheid und wird dort zu Trinkwasser aufbereitet. 

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Der Wasserbeschaffungsverband Lüdenscheid sichert die Wasserversorgung im südlichen Märkischen Kreis mit den Städten und Gemeinden Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl.

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger hatte Aggerverband-Vorstand Prof. Dr. Lothar Scheuer erklärt, dass er sich bei anhaltender Trockenheit auch vorstellen könne, auf Wasser aus der Versetalsperre zurückzugreifen. „Wir beliefern schon Meinerzhagen und Lüdenscheid. Da könnten wir auch Wasser in Gegenrichtung pumpen.“ 

Pressesprecher Axel Blüm relativierte im LN-Gespräch: „Den Fall werden wir so nicht erleben.“ Es sei eher eine Anregung gewesen, der Wasserknappheit lieber jetzt und in Zukunft im Verbund zu begegnen – als zum Beispiel neue Talsperren zu bauen, sagt Blüm. Der letzte Versuch, einen neuen Stausee in NRW zu schaffen, wurde übrigens 1984 vom Oberverwaltungsgericht kassiert. Die Negertalsperre bei Olsberg wurde daraufhin nie gebaut. 

Darum fällt die Versetalsperre trocken

Noch ist ausreichend in den heimischen Talsperren vorhanden, am besten sieht es in der Tat für Verse- und Fürwiggetalsperre aus. Den Fall der Fälle hat man beim Ruhrverband immerhin schon berechnet – nämlich die sogenannte statistische Ausfallwahrscheinlichkeit des Talsperrensystems. 

Demnach würden die Talsperren einmal in 200 Jahren komplett trockenfallen. So viel ist sicher: 2018 wird das nicht mehr passieren.

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Quelle: wa.de

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