Personenverkehr

Bahn-Streik in NRW: Alles schon Routine

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[UPDATE 11.50 Uhr] NRW - Das Chaos blieb aus: Auf den ersten Streiktag im Personenverkehr haben sich die meisten Fahrgäste gut vorbereitet. Viele stiegen in Fernbusse. Nur Einzelne blieben zunächst auf der Strecke.

Es fallen laut Deutsche Bahn  unter anderem folgende Linien in NRW komplett aus:

RE 7: Krefeld – Neuss – Köln – Solingen – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster – Rheine

RE 11:  Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm

RB 25: Köln – Overath – Gummersbach – Meinerzhagen

RB 54: Unna – Fröndenberg – Menden – Balve – Neuenrade Hier ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Beeinträchtigt sind folgende Linien:

RE 1:  Aachen – Düren – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Bochum – Dortmund – Hamm – Soest – Paderborn Verkehrt zwischen Aachen - Hamm; Ausfall zwischen Hamm – Paderborn

RE 6:  Düsseldorf – Düsseldorf Flughafen – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm – Bielefeld – Herford – Minden Überwiegend Regelbetrieb

Ohne Einschränkung verkehrt:

RB 52:  Dortmund – Hagen – Schalksmühle – Lüdenscheid

Leere Wartehallen, verwaiste Gleise, nur Wenige stehen mit ihrem Koffer an den Infoschaltern. Wer an diesem Mittwochmorgen am Kölner Hauptbahnhof nicht richtig auf den Kalender schaut, konnte sich wie an einem Sonntagmorgen fühlen. Seit Mittwochfrüh trifft der Lokführerstreik der GDL auch den Personenverkehr in ganz Deutschland. Bis Donnerstagabend sollen viele Verbindungen ruhen.

Für viele Reisende ist das schon fast Routine: Der bundesweite Ausstand ist bereits die siebte Warnstreik- oder Streikaktion seit Beginn des Tarifkonflikts. Die Gewerkschaft hat ihn - aus ihrer Sicht rechtzeitig - angekündigt. Und tatsächlich: Viele Fahrgäste hatten sich rechtzeitig informiert, organisierten Mitfahrgemeinschaften, stiegen in Busse oder blieben zu Hause. Die Lage in NRW-Bahnhöfen war nach Bahn-Angaben entspannt.

So auch am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Hier blieben viele Bahnsteige menschenleer. In manchen Zügen, die trotz des Streiks fuhren, saßen sogar weniger Fahrgäste als sonst. Auch im Bahnhofsgebäude keine Spur von dem sonst üblichen Gedränge im morgendlichen Berufsverkehr. "Wir bleiben hier heute bestimmt auf viel Ware sitzen", klagt eine Bäckerei-Verkäuferin im Bahnhof. In Dortmund waren ebenfalls die Bahnsteige wie leergefegt. Nur kurz bildete sich eine etwas längere Schlange an den Infoschaltern.

Nützliche Links zum Bahnstreik

- Aktuelle Meldungen der Bahn für NRW

- Reiseauskunft der Bahn

Viele Reisende wichen vorsichtshalber auf Fernbusse aus. "Wir haben für unseren Kurztrip nach Hamburg im Vorhinein rechtzeitig gebucht. Zum Glück, wie sich jetzt herausstellte", sagte Lars Schmitz am Kölner Busbahnhof. Die beiden größten Anbieter auf dem deutschen Fernbusmarkt schwärmen von hohen Umsätzen: Bei der Deutschen Post vermehrten sich die deutschlandweiten Buchungen um das Dreifache. Beim Konkurrenzunternehmen MeinBus stiegen die Buchungszahlen zeitweise um mehr als 70 Prozent.

Reisende aus dem Ausland tappten dagegen weitgehend unwissend in die Streikfalle. Viele internationale Urlauber standen am Kölner Hauptbahnhof mit besorgtem Blick an den Infoständen, eine kurzfristige Alternative zur Bahn war für sie oft nicht in Sicht. "Wir hatten einen Streik am Flughafen in Finnland, nun der Streik in Deutschland und auch in Belgien wird gestreikt. Was ist da eigentlich los?", sagte die 21-jährige Finnin Claudia Kalin. Der Bahn- und Busverkehr in Belgien ist wegen eines Streiks im öffentlichen Dienst fast völlig zum Erliegen gekommen.

Pech hatten aber auch Pendler, die nicht auf Regionalbusse ausweichen konnten. Für sie gab es nur zwei Lösungen: das teure Taxi oder einfach Warten. "Eine Strecke, vier Stunden. Das macht keinen Spaß mehr", sagte eine der Betroffenen in Köln. So viel Geduld wollte ein 60-jähriger Mann nicht aufbringen, dessen Zug nur mit großer Verspätung abfuhr: "Dann fahre ich eben doch mit dem Auto, auf die Bahn ist ja kein Verlass." Tatsächlich kamen Autofahrer - entgegen mancher Befürchtungen - trotz des Streiks recht schnell an ihr Ziel: Lediglich auf den Autobahnen nahe den Ballungsgebieten von Bochum, Wuppertal und Köln gab es am Morgen kleinere Staus, wie die Polizei und der Landesbetrieb Straßenbau berichteten. - dpa

Quelle: wa.de

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