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Corona in den Niederlanden: Aktuelle Lage nach dem Lockdown

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Von: Hannah Decke

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Die Niederlande waren im Lockdown - als einziges Land in Europa. Haben die Corona-Maßnahmen im NRW-Nachbarland gegen Omikron geholfen? Die aktuelle Lage.

Den Haag - Es begann mit einem Abend-Lockdown und endete kurz vor Weihnachten mit dem kompletten Runterfahren des öffentlichen Lebens: Die Niederlande haben im Kampf gegen die Omikron-Variante alles dicht gemacht. Drei Wochen befand sich das Nachbarland von Nordrhein-Westfalen im Lockdown. Aber wie ist die Corona-Lage vor Ort? Haben die strengen Maßnahmen Wirkung gezeigt?

LandNiederlande
HauptstadtAmsterdam
Einwohner17,44 Millionen (2020)

Hilft Lockdown gegen Omikron? Die aktuelle Corona-Lage in den Niederlanden

Der Schock war groß: Wenige Tage vor Weihnachten machten in den Niederlanden die Geschäfte, Restaurants, Schulen und Friseure dicht. Das Land ging in den Lockdown. Bis auf die Ausgangssperre war also alles wieder so wie zu Beginn von 2021. Auch die Kontaktbeschränkungen traten wieder in Kraft: Mit Ausnahme an Weihnachten und Silvester durfte aktuell jeder Haushalt in der Regel nur zwei Gäste empfangen.

„Wir müssen eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Damit ging das Land als einziges in Europa in den vollständigen Lockdown. Mittlerweile haben die Niederlande die Corona-Regeln wieder gelockert.

Die Omikron-Variante greift aktuell europaweit um sich, auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Corona-Zahlen stetig. Das sieht in den Niederlanden derzeit nicht anders aus. Laut Daten der Johns Hopkins University sind die Infektionszahlen seit Ende Dezember stetig gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am 13. Januar bei 1.224,2. Die niederländische Gesundheitsbehörde RIVM meldete zuletzt einen Rekord an positiven Corona-Tests in einer Woche.

Omikron-Welle trotz Lockdown: Corona-Zahlen explodieren auch in den Niederlanden

Demnach seien zwischen dem 4. und 11. Januar 201.536 positive Corona-Tests gemeldet worden. Das seien 77 Prozent mehr als in der Vorwoche gewesen. Laut RIVM gab es die höchsten Meldungen pro 100.000 Einwohner bei den 18- bis 24-Jährigen. Hier habe sich die Zahlen im Vergleich zur Vorwoche verdreifacht - trotz Lockdowns.

Passanten gehen an einer Wand, die mit Tulpen bemalt ist, vorbei. Die Niederlande betrachtet Deutschland als Hochrisikogebiet. Wer aus Deutschland einreisen will und älter als zwölf Jahre ist, muss entweder geimpft oder genesen sein oder einen negativen Test vorweisen.
Die Niederlande waren als einziges Land in Europa im Lockdown. Haben die harten Corona-Maßnahmen im NRW-Nachbarland ihren Zweck gegen Omikron erfüllt? © Peter Dejong/dpa/AP

Omikron greift also auch in den Niederlanden um sich. Das Schließen von Restaurants, Geschäften und Freizeiteinrichtungen scheint die Ausbreitung der hochansteckenden Corona-Variante nicht gestoppt zu haben. Laut RIVM wird der Höhepunkt Anfang Februar erwartet. Die Zahl der Neuaufnahmen von Corona-Patienten in den Krankenhäusern sei indes rückläufig.

Lockdown in den Niederlanden: Rufe nach Lockerungen werden laut

Laut der niederländischeb Rundfunkanstalt NOS haben immer mehr Geschäfte und Gastronomiebetriebe zuletzt gegen die Regeln verstoßen und geöffnet. In einigen Gemeinden würden die Unternehmer auf Verständnis stoßen, in manchen nicht. In einem offenen Brief fordern laut NOS 21 Bürgermeister aus Gelderland eine Perspektive für die Branchen.

Der niederländische Virologe Louis Kroes nannte den Lauf der Dinge „wunderbar“, berichtet NOS. Er schöpfe Vertrauen aus Daten aus Dänemark und England. Die Infektionszahlen seien dort sehr hoch, die Belastung der Intensivstationen jedoch geringer. „In diesen Ländern geht es ohne größere Einschränkungen“, so Kroes. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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