Lkw-Fahrer werden über CB-Funk lange vor der Gefahrenstelle gewarnt

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Ein Lkw passiert auf der Autobahn 52 eine Warntafel, die mit einem Sender ausgestattet ist. Über CB-Funk wurde der Lkw-Fahrer bereits lange vor dem Schild gewarnt.

DÜSSELDORF - Arbeiter auf Autobahn-Baustellen haben einen der gefährlichsten Jobs in Deutschland. Ein Warnsystem soll seit vergangenem Jahr vor allem schwere Lastwagen-Unfälle verhindern. Die Behörden sehen schon jetzt Erfolge.

Warnlichter und Hinweispfeile blinken, Verkehrshütchen schirmen Gefahrenzonen ab: Signale warnen auf Autobahnen vor Baustellen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen, weil besonders Lastwagenfahrer nicht rechtzeitig bremsen oder zu spät die Spur wechseln. Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen versucht, die Zahl der Unfälle mit einem neuen Warnsystem zu verringern. Anderthalb Jahre nach der Pilotphase sagen die Behörden: Die sprechenden Funkwarner sind ein Erfolg.

Nur ein paar Zentimeter groß ist der Sender, der an Warnschildern vor Baustellen oder auf Verkehrshütchen montiert ist. Über den bei Fernfahrern beliebten CB-Funk ertönt 350 Meter im Voraus eine Frauenstimme: „Achtung Gefahrenstelle!“ Besonders wenn viele Lastwagen dicht nacheinanderfahren, übersehen die hinteren Fahrer die optischen Signale an Baustellen und reagieren zu spät. Die Ansage soll sie rechtzeitig auf das Fahrmanöver vorbereiten.

In mehr als 20 Sprachen kann die Achtungsmeldung ausgegeben werden und erreicht so zeitgleich Deutsche, Polen, Holländer und Russen auf ihren eigenen Funkkanälen. „Wir haben festgestellt, dass fast alle Lkw-Fahrer aus dem Ausland den klassischen CB-Funk nutzen, um sich darüber zu unterhalten oder zu verabreden“, sagt Gerhard Baumbach von der Nürnberger Firma B&E Nachrichtentechnik, die das System entwickelt hat.

In Nordrhein-Westfalen zeichnen sich erste Erfolge ab. „Wir haben nur positive Rückmeldungen“, versichert Michael Höhne. Er leitet beim Landesbetrieb Straßenbau den Stab für Arbeitssicherheit im Straßenverkehr und muss täglich um die Sicherheit seiner Kollegen in den orangefarbenen Warnwesten bangen.

„Wir bemerken einen deutlichen Rückgang von Unfällen. Die Lkw fädeln sich deutlich früher in die richtige Spur ein“, erläutert Höhne. In diesem Jahr habe es bis Oktober an Baustellen durch Lkw zwar elf Auffahrunfälle mit Verletzten gegeben, das seien aber schon deutlich weniger als die 24 im vergangenen Jahr. Straßenwärter haben dem Landesbetrieb zufolge ein 13-fach höheres Todesrisiko als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer und damit einen der gefährlichsten Jobs überhaupt in Deutschland.

Deutschlandweit kracht es an Autobahn-Baustellen statistisch gesehen mehr als dreimal täglich. Bei Befragungen an Rastplätzen und Tankstellen hätten Kraftfahrer das Warnsystem gut beurteilt, sagt Höhne. Das wecke einen noch mal auf, habe einer der Fahrer gesagt.

Nicht nur an Baustellen, sondern auch an anderen staugefährdeten Orten funken die Sender direkt in die Fahrerkabinen. Auf der Autobahn A 2 am Kamener Kreuz bei Hamm etwa stockt der Verkehr, und immer wieder kracht es – dort warnt die Frauenstimme, sobald die elektronischen Straßenschilder Stau anzeigen. Streudienste und Feuerwehrleute können die Sender inzwischen per Handy aktivieren, worauf die Stimme in der Kabine auffordert: „Bilden Sie eine Gasse, es folgen Einsatzfahrzeuge!“ - dpa

Quelle: wa.de

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