Leben mit Demenz im Zentrum der Pflegefachmesse „Rehacare“

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Ein „Wolturnus Rugby Attack Sportrollstuhl“ ist nur eins von vielen Ausstellungsstücken auf der Rehacare in Düsseldorf, die von heute bis Samstag ihre Pforten geöffnet hat.

DÜSSELDORF - Hilfen für Demenzkranke stehen im Mittelpunkt der viertägigen Pflegefachmesse Rehacare in Düsseldorf. Vom heutigen Mittwoch an bis zum Samstag geben fast 750 Aussteller aus 29 Ländern einen Überblick über Hilfsmittel für pflegebedürftige, chronisch kranke und behinderte Menschen.

Demenzerkrankungen nähmen europaweit rasant zu, sagte Messegeschäftsführer Joachim Schäfer gestern. In Deutschland gebe es derzeit rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz – diese Zahl werde sich in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich verdoppeln.

Das Wissen um die Symptome sowie Vorbeugung und Therapie bei Demenz ist immer noch gering. Therapien könnten die Krankheit nicht heilen, sondern allenfalls den Verlauf aufhalten, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Sabine Jansen.

Demenz werde zwar oft mit Alter assoziiert, aber das fortschreitende Absterben der Hirnzellen treffe auch jüngere Menschen. Für diese Gruppe gebe es noch keine entsprechenden Versorgungsangebote. Die Alzheimer-Gesellschaft fordert seit Jahren, Demenz-Erkrankungen in die Pflegeversicherung aufzunehmen. Demenz und neue Wohn- und Pflegekonzepte sind auch Thema des diesjährigen Rehacare-Fachkongresses. Die Nachfrage auf dem Markt für Hilfsgeräte von der Gehhilfe über das Beatmungsgerät bis zu komplexen elektronischen Assistenz-Systemen und behindertengerechten Autos nimmt nach Angaben der Veranstalter ständig zu. Die Fraunhofer Gesellschaft zeigt auf der Rehacare ein High-Tech-Badezimmer mit Erinnerungshilfe: Per Knopfdruck erinnert ein interaktiver Spiegel an wiederkehrende Körperpflegeabläufe, bietet aber auch aktuelle Infos zum Wetter und zur Verkehrslage.

Umstritten ist die Roboter-Kuschelrobbe „Paro“, die in Japan in der Pflege und Therapie bei Demenzkranken eingesetzt wird. Die Meinungen zu dem rund 5 000 Euro teuren Robbenbaby sind unter Experten geteilt. Kritiker bemängeln, Roboter könnten und dürften kein Ersatz für echte Zuwendung sein. - dpa

Quelle: wa.de

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