Schnee: Lange Staus, schwere Unfälle, verspätete Flüge

[UPDATE 19 Uhr] NRW - Nordrhein-Westfalen stöhnt unter der Schneelast. Am Mittwoch gab es verstärkt Unfälle. Autofahrer standen laut ADAC auf insgesamt 460 Kilometern Länge im Stau. Und auch Flugreisende mussten sich gedulden.

Der Winter wirbelt in Nordrhein-Westfalen zunehmend den Straßenverkehr durcheinander. Am dritten Tag unter der Schneedecke meldeten die Behörden am Mittwoch für NRW verstärkt schwere Unfälle. Nach Berechnungen des ADAC gab es insgesamt rund 460 Kilometer Stau im Land - das wäre wohl ein Rekord für die vergangenen Jahre. Etliche Lastwagen kamen auf den Autobahnen ins Schleudern. Alle 700 Räumfahrzeuge des Landesbetriebs Straßen.NRW waren rund um die Uhr unterwegs. Und auch an den Flughäfen kam es zu Verspätungen. Warme Jacken, Schals und Mützen sind auch in den nächsten Tagen zu empfehlen: Es bleibt frostig.

"Jetzt ist dieser Winter da, von dem wir gefordert werden", sagte Bernd Löchter, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau. Seine Kollegen in den Räumfahrzeugen werden auch in den kommenden Tagen beansprucht sein: "Für uns gibt es sowieso kein Wochenende", meinte Löchter. Nach Angaben von Straßen.NRW gehen 2000 Straßenwärter im Schichtbetrieb "an ihre Grenzen", um die 20 000 Kilometer Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten.

Dennoch kam es auch am Mittwoch wieder zu vielen Unfällen. Auf der A4 hinter Overath prallte ein 38-Jähriger mit seinem Sattelzug gegen die Schallschutzwand und verletzte sich schwer. Mit dem Schrecken kam dagegen ein 52 Jahre alter Lkw-Fahrer auf der A3 nahe Düsseldorf davon: Sein Auflieger kippte auf der Brücke über das Neandertal um. Das Heck ragte über den Brückenrand. Teile der Ladung - Lebensmittel - fielen herab. Der 52-Jährige verletzte sich leicht.

"Wir haben noch keine Messung. Aber gefühlt waren es mehr Unfälle als in den letzten beiden Tagen", sagte Holger Schepanski von der Landesleitstelle der Polizei. Entsprechend staute sich wieder der Berufsverkehr. Zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr zählte die Polizei über 200 Kilometer Stau. Nach Berechnungen des ADAC gab es insgesamt 460 Kilometer Stau. Beim ADAC Nordrhein kann man sich an keinen Tag mit mehr Stau erinnern.

Gedulden mussten sich auch die Flugreisenden. "Wir hatten heute Morgen leider keinen Flieger, der pünktlich rausgehen konnte", berichtete der Dortmunder Flughafensprecher Sebastian Scheske am Mittwoch. Auch am Flughafen in Düsseldorf lief nicht alles planmäßig. "Es ist am Vormittag zu Verspätungen gekommen", sagte Sprecherin Verena Wefers.

Der Deutsche Wetterdienst meldet auch für die nächsten Tage Temperaturen im Minusbereich. Für die Nacht auf Donnerstag sagten die Experten Frost mit Werten bis zu minus zehn Grad voraus.

Dass es bei der Bahn auch nicht immer rund lief, hatte nicht unbedingt mit dem Wetter zu tun. Am Kölner Hauptbahnhof legte am Morgen ein Stellwerksfehler den Bahnverkehr lahm. Und am Hauptbahnhof in Dortmund sorgte ein herrenloser Werkzeugkoffer für Aufregung. Ein Regionalexpress wurde geräumt. Kurze Zeit später meldete sich ein 45-Jähriger. Er muss sich auf ein Bußgeld gefasst machen. - lnw

Quelle: wa.de

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