Lange Haft für Terroristen

DÜSSELDORF ▪ Die vier Terroristen der islamischen Sauerland-Gruppe müssen wegen der Planung von Terroranschlägen in Deutschland für bis zu zwölf Jahre ins Gefängnis. Von Laura Engels

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte die Angeklagten Fritz Gelowicz und Daniel Schneider gestern zu zwölf Jahren Haft. Ihr Mitangeklagter Adem Yilmaz erhielt elf Jahre. Als Unterstützer des terroristischen Trios wurde der vierte Angeklagte, Atilla Selek, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht legte Schneider neben der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und der Verabredung zum Mord auch noch versuchten Mord zur Last. Der 24-Jährige war bei der Festnahme am 4. September geflüchtet und hatte dabei auf einen Polizisten geschossen.

Obwohl sich die umfangreichen Geständnisse der Angeklagten strafmildernd ausgewirkt hätten, habe der Senat „nichts zu verschenken“ gehabt, erklärte der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling bei der Urteilsverkündung. Es sei nicht der Verdienst der Angeklagten, dass der wohl „größte Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik“ verhindert werden konnte.

Vielmehr seien sie bereit gewesen, im Auftrag der Islamischen Dschihad Union (IJU) als „Todesengel des Islam“ hunderte Menschen zu töten. Die geplanten Bombenanschläge auf US-Einrichtungen, Diskotheken und Pubs in Deutschland erinnerten an die Anschläge von London und Madrid, sagte Breidling. Das Verfahren hätte deutlich gemacht, dass der weltweite islamistische Terrorismus weiter um sich greife und zunehmend auch junge Menschen „in unserer Gesellschaft“ anziehe.

Mit dem Urteil kommt der 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts den Forderungen der Bundesstaatsanwaltschaft sehr nahe. Die hatte Haftstrafen von fünfeinhalb bis zu 13 Jahren gefordert. Chefankläger Volker Brinkmann zeigte sich nach der Urteilsverkündung dementsprechend zufrieden. Die Angeklagten Schneider, Yilmaz und Selek nahmen das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Gelowicz tendiert nach Angaben seines Verteidigers ebenfalls dazu, nicht in Revision zu gehen. Er wollte aber trotzdem noch eine Nacht darüber schlafen.

Quelle: wa.de

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