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Landtagswahl NRW im Schatten des Ukraine-Krieges: Meinungen von Wüst und Kutschaty

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Von: Alexander Schäfer

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Thomas Kutschaty (SPD) und Hendrik Wüst (CDU) sind die aussichtsreichsten Kandidaten für die Landtagswahl in NRW. Das sind ihre Ansichten zum Ukraine-Konflikt.

Düsseldorf - Die Wähler in Nordrhein-Westfalen entscheiden am 15. Mai über die Zusammensetzung des neuen Landtags – und damit auch über den nächsten NRW-Ministerpräsidenten - es ist Landtagswahl 2022. Wir stellen Ihnen die beiden noch relativ unbekannten Kandidaten, Amtsinhaber Hendrik Wüst (CDU) und seinen Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD), vor. Das sind die Ansichten der Kandidaten zum Ukraine-Krieg.

VolkswahlLandtagswahl in NRW
Termin15. Mai 2022
WahlberechtigtRund 13 Millionen Menschen

Landtagswahl im Schatten des Ukraine-Krieges: Wüst macht sich Sorgen um die Zukunft

Hendrik Wüst macht sich Sorgen um die Zukunft. Nicht nur die eigene. Töchterchen Philippa hat die Sicht des 46-Jährigen auf die Welt verändert. Erst war es der Klimawandel, jetzt ist es zusätzlich der Krieg in der Ukraine, der den Familienvater mit Blick auf die nächste Generation umtreibt. Seine politische Haltung ist klar: Deutschland müsse „beherzter handeln“, um der Ukraine im russischen Krieg beizustehen. Zugesagte Waffen müssten schneller geliefert werden, sagte Wüst kürzlich.

Wie schon in der Corona-Politik kritisiert Wüst Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ampel. „Bei den Bemühungen der westlichen Staatengemeinschaft um Frieden und Gerechtigkeit darf nicht der Eindruck entstehen, Deutschland sei ein Bremsklotz“, erklärte Wüst. Und: Die angekündigten Entlastungspakete der Bundesregierung reichten nicht aus, um Menschen und Unternehmen vor den enormen Preissteigerungen zu schützen.

Der Wahlkampf liegt im Schatten des Krieges. Wüst gibt sich als Sozialpolitiker mit Blick auf das Wesentliche: „Eine warme Wohnung darf kein Luxus sein.“ Gegenüber Russland fordert er schärfere Sanktionen.

Landtagswahl im Schatten des Ukraine-Krieges: Kutschaty forciert Ausbau erneuerbarer Energien

Thomas Kutschaty will Ministerpräsident werden. Da schreckt man als Oppositionschef vor Wahlkampf auch in Zeiten eines Krieges nicht zurück. Eine Landtagsdebatte zum Krieg in der Ukraine nutzte Kutschaty, um seine Forderung nach einer neuen Energiepolitik für NRW mit einem deutlich beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien zu platzieren. Für CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen war das ein Unding: „Wer im Angesicht der Gräueltaten und Kriegsverbrechen von Butscha, von Irpin, von Mariupol hier von Abständen zwischen Windkraftanlagen spricht, wer am Ende es nicht lassen kann, Wahlwerbung zu machen, der hat jeglichen Anspruch verwirkt, Verantwortung für unser Land zu tragen.“ Nun, auch das war Wahlkampf.

Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende und Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty (l) und Ministerpräsident Hendrik Wüst (r)
Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende und Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty (links) und Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). © dpa

Die SPD gilt als Partei, die den russischen Präsidenten Putin in der Vergangenheit zu positiv gesehen hat. Kutschaty sagte selbstkritisch: „Wenn wir ehrlich sind, haben wir uns doch alle getäuscht. Wir haben immer gedacht, wer miteinander Handel treibt, der fängt keinen Krieg an.“ Einen sofortigen Gasboykott lehnt er angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Folgen für Deutschland ab.

Wahl-O-Mat 2022 für die Landtagswahl in NRW: Wähler können mit dem Tool herausfinden, welche Partei die richtige für sie ist.

Für die Landtagswahl NRW 2022 gibt es schon im Vorfeld wichtige Dinge zu beachten. Wer nicht ins Wahllokal geht, kann im Vorfeld die Briefwahl beantragen. Dafür gibt es Fristen.

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