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Landtagswahl NRW: Wüst und Kutschaty im bundespolitischen Vergleich

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Von: Alexander Schäfer

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Hendrik Wüst (CDU) und Thomas Kutschaty (SPD) wollen nach der Landtagswahl das Land NRW regieren. Wie stehen die beiden im bundespolitischen Vergleich da?

Düsseldorf – Die Wähler in Nordrhein-Westfalen entscheiden am 15. Mai 2022 bei der Landtagswahl NRW über die Zusammensetzung des neuen Landtags – und damit auch über den nächsten NRW-Ministerpräsidenten. wa.de stellt die beiden Kandidaten, Amtsinhaber Hendrik Wüst (CDU) und seinen Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD), näher vor. Diesmal geht es um die bundespolitische Rolle der beiden Kontrahenten.

VolkswahlLandtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022
Datum15. Mai 2022

Landtagswahl NRW 2022: Die bundespolitische Rolle von Hendrik Wüst

Hendrik Wüst steht möglicherweise vor einer steilen Karriere – wenn er die Landtagswahl 2022 in NRW gewinnt. Denn als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes wird man automatisch als Kanzlerkandidat gehandelt – unabhängig vom Parteibuch. Ob man will oder nicht. Wir erinnern an Hannelore Kraft und Armin Laschet.

2025 könnte Wüst – er hätte dann vier Jahre als Landesvater hinter sich – Kanzlerkandidat der Union werden. Zum einen hat CSU-Chef Markus Söder seinen Traum von Berlin nach der Niederlage gegen Laschet nach eigener Aussage begraben, zum anderen wird CDU-Chef Friedrich Merz im November 2025 bereits 70 Jahre alt. Nichts gegen Erfahrung, aber sein Alter und vor allem sein Image bei Wählern außerhalb der Union sprechen nicht für Merz als Kanzlerkandidat.

Für Wüst geht es bei dieser Landtagswahl also um alles. Gewinnt er, könnte er langfristig die Nummer eins der CDU werden. Verliert er, dürften sich bundespolitische Ambitionen an der Berliner Luft – die er als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz bereits atmen durfte – erledigt haben.

Landtagswahl NRW 2022: Die bundespolitische Rolle von Thomas Kutschaty

Thomas Kutschaty ist seit Dezember 2021 einer der fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. Der Essener steht damit auf einer Stufe mit politischen Schwergewichten wie die Bundesminister Hubertus Heil und Klara Geywitz sowie Anke Rehlinger. Letztere ist im Saarland gerade Ministerpräsidentin geworden. So soll es bei Kutschaty auch laufen: Erst das Parteiamt in Berlin, dann der Chefposten im Bundesland. Auch im Falle eines zweiten Platzes bei der Landtagswahl in NRW würde Thomas Kutschaty eine Koalition bilden wollen, wie er jüngst erläuterte.

Nach dem Rückzug von Norbert Walter-Borjans als Parteichef war klar, dass NRW im Bundesvorstand der SPD vertreten sein muss. So kam Thomas Kutschaty ins Spiel. Dessen Macht und Einfluss sind seit seinem Sieg bei der Wahl zum Chef der SPD-Landtagsfraktion vor vier Jahren stetig gewachsen.

Bei den Koalitionsverhandlungen der Ampel in Berlin saß Kutschaty mit am Tisch. Für den Fall, dass es für Rot-Grün allein in Düsseldorf nicht reicht, hat er bereits die Fühler Richtung FDP ausgestreckt - und auch die FDP in NRW wäre einer Ampel-Koalition nicht gänzlich abgeneigt. In der Berliner SPD-Zentrale hätte man nichts gegen eine weitere Ampel. So betont Kutschaty, wie wichtig gute Beziehungen zwischen NRW und Berlin seien.

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