Anklage wegen "Menschenraubes": Prozessauftakt in Düsseldorf

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Vor dem Landgericht Düsseldorf hat der Prozess wegen Menschenraubes begonnen.

Düsseldorf - Angeblich sollte dem Mann nur eine Lektion erteilt werden, doch er wurde sechs Tage lang entführt, gefoltert und ausgeraubt. Deshalb sitzen seit Dienstag sieben Männer und eine Frau im Düsseldorfer Landgericht auf der Anklagebank.

"Erpresserischer Menschenraub" lautet der schwerwiegendste Vorwurf; darauf steht für Erwachsene eine Haftstrafe zwischen 5 und 15 Jahren.

Die Anklage beschreibt das Martyrium, das der 43-Jährige im Oktober 2014 in Düsseldorf und Wuppertal durchlitten hat: Er wurde geprügelt, mit einem Elektroschocker gequält, musste seine PIN-Nummer nennen. Sein Konto wurde geplündert, sein Auto verkauft und seine Möbel verschwanden aus der Wohnung.

Mögliches Motiv: Geldsorgen

Der Prozess soll bis zum 22. Juni dauern. Die Haare meist sehr kurz geschnitten und mit T-Shirts oder Sweatshirts am Leib wurden die sechs erwachsenen Angeklagten aus der U-Haft in den Gerichtssaal gebracht. Auf freiem Fuß sind der Jüngste, 20 Jahre alt, und die einzige Frau aus der Gruppe. Die 33-Jährige ist die Schwester von zwei Angeklagten. Sie soll ihre Brüder angestiftet haben, ihrem 43 Jahre alten Bekannten eine Lektion zu erteilen, weil er sie bei einer Wohnungsbesichtigung geschubst habe. Sie hatte Geldsorgen, dem 43-Jährigen soll es dagegen finanziell gut gegangen sein.

Matyrium dauerte sechs Tage

Laut Staatsanwalt wurde das erheblich verletzte Opfer nach sechs Tagen unter Drohungen von seinen Peinigern entlassen. Auf seinen Wunsch wurde er zu der Frau gebracht, die nun auf der Anklagebank sitzt. Sie hatte zwischenzeitlich Vermisstenanzeige erstattet.

Das Verhältnis des Opfers zu der 33-Jährigen ist unklar: Trotz der Entführung besuchte er die Frau im Gefängnis und besorgte ihr eine Wohnung, so dass sie unter Auflagen frei kam. Der Vertreter der Nebenklage, Rechtsanwalt Wolfgang Steffen, sagt über ihn: "Der Mann ist gemartert worden". Er könne noch nicht wieder arbeiten.

 - dpa

Quelle: wa.de

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