Gutachten über Anwaltsmörder: Keine psychische Erkrankung

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Der 48-jährige Angeklagte soll im Februar 2014 in zwei Anwaltskanzleien in Düsseldorf und Erkrath drei Menschen getötet haben.

DÜSSELDORF - Der mutmaßliche Anwaltsmörder von Düsseldorf zählt Liebe und Gutmütigkeit zu seinen charakterlichen Stärken. Das berichtete der psychologische Gutachter in dem Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten drei Morde und drei Mordversuche bei einem Amoklauf in Anwaltskanzeleien vor.

Der Gutachter sagte, als Schwächen habe er Sturheit angegeben und dass er mit Ungerechtigkeit schlecht umgehen könne. Hinweise auf eine psychische Erkrankung des 48-Jährigen habe der Sachverständige nicht entdeckt, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa.

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Er sei in eine verzweifelte Lage geraten, hatte der 48-Jährige dem Psychologen berichtet. Das Konto sei gepfändet worden, ein negativer Schufa-Eintrag habe ihm zu schaffen gemacht und er habe befürchtet, seine Wohnung zu verlieren. Zur Tat selbst äußerte er sich gegenüber dem Psychologen nicht. Die Verteidiger des mutmaßlichen Amokläufers kündigten an, dass ihr Mandant sein Schweigen brechen und sich auch im Gericht einlassen wolle.

In einer Düsseldorfer Kanzlei soll der Mann Ende Februar zwei Anwälte erstochen haben, außerdem steht er in Verdacht, in Erkrath eine Anwaltsgehilfin durch Schüsse getötet zu haben. Einem im Rollstuhl sitzenden Anwalt soll er in den Bauch geschossen und ließ ihn lebensgefährlich verletzt in der Kanzlei zurückgelassen haben. Nach seiner Festnahme in Goch am Niederrhein hatte der 48-Jährige die Taten gestanden.

Der Mann war vor drei Jahren wegen Körperverletzung zu Schmerzensgeld und einer Geldstrafe verurteilt worden und finanziell in Schieflage geraten. Er soll seine Ex-Chefin geohrfeigt und ihr dabei das Trommelfell zerstört haben. Diese Tat bestreitet er bis heute. Seine Anwälte hätten ihn schlecht vertreten. - dpa

Quelle: wa.de

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