Nach der Legionellen-Krise: Remmel im Interview

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Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (rechts) wird in Soest Mitte September zur Erkrankungswelle durch Legionellen befragt.

DÜSSELDORF - Wochenlang sorgte die Erkrankungswelle durch Legionellen in Warstein für Schlagzeilen. Im Gespräch mit Robert Vornholt schildert Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) den Stand der Aufbereitung der Ereignisse und zeigt mögliche Konsequenzen auf.

Gibt es neue Erkenntnisse über die Quelle der Legionellen-Belastung in Warstein?

Johannes Remmel: Derzeit gibt es keine neuen Erkenntnisse über die Ursachen der Epidemie. Es ist außerordentlich schwer, eine oder mehrere Quellen zu identifizieren, denn Legionellen sind überall in der Umwelt. Neu ist für uns die Frage der Wirkungszusammenhänge: Wie sind die Legionellen in die Kläranlage, in die Gewässer und in die Kühlanlage gekommen? Unserem aktuellen Kenntnisstand zufolge wurden im Belebungsbecken der kommunalen Kläranlage jetzt weniger als 1000 Legionellen pro 100 ml gemessen. Vorher waren die Belastungen sehr viel höher. Im Ablauf der Kläranlage gibt es ein vergleichbares Bild. Die UV-Desinfektion hat zu einer Senkung der Belastung geführt.

Sie haben veranlasst, dass bauähnliche Kläranlagen auf Legionellen-Gefahren untersucht werden. Gibt es bereits Ergebnisse?

Remmel: Die Untersuchungen sind aufwändig und deshalb noch nicht abgeschlossen. Erste Rückmeldungen deuten aber darauf hin, dass ein flächendeckendes Legionellen-Problem in den nordrhein-westfälischen Kläranlagen ausgeschlossen werden kann.

Wie ist das Krisenmanagement gelaufen? Haben die regionalen Behörden schnell und richtig reagiert?

Remmel: Grundsätzlich muss ich auf die jeweilige Zuständigkeit verweisen. Aber ich will nicht lamentieren: Es wird eine Manöverkritik geben müssen, wenn die akuten Probleme abgearbeitet sind. Es wird dann geklärt, was wir künftig besser machen können. Einen vergleichbaren Fall wie in Warstein hat es bisher noch nicht gegeben. Bei einem solchen lokalen Infektionsgeschehen sind zunächst der Kreis und die Gesundheitsbehörden zuständig. Von außen betrachtet, habe ich den Eindruck, dass der Fall auch ordentlich abgearbeitet worden ist. Wir wurden einbezogen, als das Wasser als möglicher Multiplikator für die Ausbreitung der Legionellen in Frage kam. Ab dem Zeitpunkt haben wir Vorgaben gemacht, aber zugleich Gespräche mit allen Beteiligten geführt.

Als eine größere Gefahr durch die Gewässer drohte, waren Sie mit im Boot. Warum sind Sie erst 13 Tage nach Ihrer Beteiligung vor Ort gewesen, denn schließlich war dies der erste Fall, bei dem Kläranlagen von Legionellen befallen waren?

Remmel: Zum einen gab es eine Reisewarnung, die der Krisenstab aus nachvollziehbaren Gründen verhängt hat. Dabei ging es darum, Besucher vor möglichen Gefahren zu warnen. In Warstein waren alle Beteiligten sensibilisiert, aber davon konnte man anderswo nicht unbedingt ausgehen. Zum anderen wollte ich nicht den Eindruck erwecken, Katastrophen-Tourismus zu betreiben. Ich glaube, dass der Zeitpunkt meiner Reise nach Warstein richtig gewählt war.

Lesen Sie das komplette Interview hier auf unserer Ressortseite Warstein!

Quelle: wa.de

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