Autos werden am Freitag rund um die Uhr geblitzt

+
Scharfe Waffe gegen Raser: Am Rand einer Bundesstraße bei Düsseldorf misst ein Polizist die Geschwindigkeit entgegenkommender Autos. Am Freitag steht in NRW ein sogenannter 24-Stunden-Blitz-Marathon an.

DÜSSELDORF - Mit einem „Blitz-Marathon“ über 24 Stunden regiert NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am kommenden Freitag auf die erstmals nach Jahren wieder gestiegene Zahl der Unfalltoten. „Zu hohe Geschwindigkeit ist der Killer Nummer 1“, so der Minister.

Von Detlef Burrichter

Um das in die Köpfe aller Verkehrsteilnehmer zu bekommen, wird landesweit an 1400 Kontrollstellen 24 Stunden lang geblitzt.Viele Kommunen beteiligen sich daran mit eigenen Radargeräten. Bis Oktober 2011 seien bereits 522 Menschen auf NRW-Straßen gestorben – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das seien mehr Menschen, als in drei große Passagierflugzeuge passen, sagte der Minister: „Wir müssen die Menschen zum Nachdenken bringen, wie häufig sie tödliche Risiken im Straßenverkehr eingehen.“

Besonders alarmierend sei der rasante Anstieg der Todesfälle bei Fußgängern. 95 seien bis Ende Oktober 2011 ums Leben gekommen. Das sei ein Zuwachs von 51 Prozent.

Bei den Radfahrern sei die Zahl der Schwerverletzten um 14 Prozent auf 2516 gestiegen. Um diese schwächsten Verkehrsteilnehmer künftig besser zu schützen, müsse das Geschwindigkeitsniveau insgesamt gesenkt werden.

Ausnahmslos überall müssten sich Autofahrer an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten – das gelte insbesondere auch innerorts: „Wir reden von Leben oder Tod“, so Jäger.Doch leider nähmen immer noch viel zu viele Autofahrer zu schnelles Fahren und andere Verkehrsverstöße auf die leichte Schulter. Würde sich der Verkehr in geschlossenen Ortschaften um nur zwei Stundenkilometer verlangsamen, würden Unfälle mit Toten und Verletzten um 15 Prozent zurückgehen.

Minister Jäger räumte ein, dass Fußgänger und Radfahrer Unfälle häufig auch selbst verursachen. Auch sie würden deshalb kontrolliert und Verstöße konsequent verfolgt.

Die 1400 Kontrollpunkte werden rechtzeitig vor Freitag von den örtlichen Polizeidienststellen veröffentlicht. „Uns kommt es nicht auf die Zahl der Knöllchen an – wir wollen das Geschwindigkeitsniveau senken und mehr Sicherheit auf unseren Straßen“, sagte Jäger. Weitere „Blitz“-Aktionen sollen folgen.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare