Raus aus dem Stau

Land der Staus und Pendler

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NRW - Das Land der Baustellen, der Staus und der angespannten Nerven – wer täglich auf Autobahnen in NRW unterwegs ist, hat es nicht leicht. Das Bundesland ist Stau-Spitzenreiter. Trotzdem nehmen Tausende Pendler täglich kilometerlange Wege auf sich, um vom Wohnort zum Arbeitsplatz zu kommen.

Im Jahr 2017 summierten sich die gemeldeten Staulängen auf deutschen Autobahnen auf 1.448 000 Kilometer – im Vorjahr waren es rund 1,38 Millionen Kilometer, wie es in der Staubilanz des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) heißt. Das bedeutete 723.000 Stauereignisse und rund 457.000 Staustunden. Im Tagesverlauf zeigten sich Stauspitzen zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr – sprich in den besonders von Pendlern genutzten Stunden. Gründe für den Stau sind laut ADAC-Staubilanz die weiter gestiegene Kfz-Fahrleistung auf Autobahnen sowie mehr Baustellen als im Vorjahr.

Extrem ist die Lage in NRW. Mit 2.223 Autobahnkilometern gehört NRW zu den Top-3-Bundesländern bei der Anzahl der Staumeldungen – der NRW-Anteil an diesen Meldungen liegt demnach mit 250.590 Stück bei 35 Prozent, gefolgt von Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent). Zwar waren 2017 in Berlin und Hamburg die meisten Staus im Verhältnis zu den vorhandenen Autobahnkilometern zu verzeichnen. NRW steht bei den Flächenländern aber „an der Spitze des Staugeschehens“. Mit 455.000 Staukilometern entfielen 31 Prozent der in Deutschland gemeldeten Staukilometer auf das Bundesland. Die Staudauer liegt bei 143.149 Stunden.

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Je Autobahnkilometer kamen 205 Staukilometer und 64 Staustunden zusammen. Die Zahl der Baustellen in NRW lag immer weit über 90. Im Januar waren es 98 und im Juni 127 (Höchstzahl). Weniger werden es absehbar nicht, im Gegenteil: In diesem Jahr werden für den Erhalt und Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen im Land 1,2 Milliarden Euro investiert. Das Land baue gegen den „Verkehrsinfarkt“, ließ NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im Rahmen einer Baustellentour im Sommer wissen. Doch jeder Engpass auf der Autobahn birgt wiederum eine erhöhte Staugefahr. Und kurzfristig erwarten Verkehrsexperten wie Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen ohnehin keine Verbesserung der Lage: „10 bis 15 Jahre lang werden wir massiv sich verschlechternde Verhältnisse haben“, sagte der Physiker Schreckenberg im Interview mit unserer Zeitung. „Wir fahren sehenden Auges in ein Stau-Chaos.“

Trotzdem pendelten in 2016 laut dem Landesstatistikbetrieb IT.NRW 4,65 Millionen der 9,05 Millionen Erwerbstätigen in NRW über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg. Allein nach Köln, Düsseldorf und Essen pendelten zusammen mehr als eine Dreiviertelmillion Erwerbstätige.

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Quelle: wa.de

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