RAG lässt Saargruben volllaufen - an der Ruhr wird ewig gepumpt

ENSDORF/HERNE - Der Bergwerksbetreiber RAG lässt die ehemaligen Steinkohlegruben an der Saar bis 2035 langsam mit Regenwasser volllaufen. An der Ruhr funktioniert diese Methode aber nicht, wie RAG-Vorstandschef Bernd Tönjes am Donnerstag bei einem Termin in Ensdorf (Saarland) betonte.

 Im Ruhrgebiet müsse auf unbegrenzte Zeit Wasser abgepumpt werden, weil der Millionen-Ballungsraum sonst zu einer Art Seenplatte würde. Ein Volllaufen der Grube sei geologisch nur im westfälischen Ibbenbüren möglich. Dort schließt der Abbau Ende 2018.

Nach dem RAG-Konzept soll Regenwasser die Gruben füllen. An der Saar werden ab 2017 werden die Pumpen abgeschaltet, die letzte ist 2025 dran. Erderschütterungen, Schäden durch Hebungen, zusätzliche Naturgasaustritte und Gefahren für das Trinkwasser seien nicht zu erwarten, betonte Tönjes. Wenn doch, so könne der Wasseranstieg durch den erneuten Einsatz von Pumpen gestoppt werden.

Das Konzept fuße auf Erfahrungen im französischen Lothringen, betonte Tönjes. Dort seien die Gruben nach dem Ende des Bergbaus 2003 nach dem gleichen Prinzip geflutet worden. Bis heute habe es keine einzige Schadensmeldung gegeben. Im Ruhrgebiet rechnet die RAG für das Pumpen und andere sogenannte Ewigkeitslasten derzeit mit Kosten von gut 200 Millionen Euro im Jahr. Das Geld bringt die RAG-Stiftung auf, die unter anderem Mehrheitseigentümerin des Evonik-Spezialchemiekonzerns ist. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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