Verkehrspolitik: NRW fällt von Platz 1 auf 4

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DÜSSELDORF - Beim bundesweiten Vergleich der Verkehrspolitik hat Nordrhein-Westfalen seine Spitzenstellung eingebüßt. Im Bundesländerindex Mobilität liegt NRW in diesem Jahr auf Rang 4 - nach zwei ersten Plätzen in den Vorjahren.

Nachholbedarf sieht die Untersuchung für NRW bei der Sicherheit in Bus und Bahn sowie bei der Lärmvermeidung.

Der Vergleich wird seit 2012 jährlich von der "Allianz pro Schiene" veröffentlicht. In Düsseldorf stellte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) als Mitglied der Allianz  die Ergebnisse für NRW vor.

Gewertet wurden acht Kategorien, darunter Sicherheit, Klimaschutz und Personal. Die ersten drei Plätze nehmen Berlin, Thüringen und Baden-Württemberg ein. Schlusslicht ist Hamburg.

Während NRW bei der Sicherheit im Straßenverkehr auf Platz 1 landet, liegt es bei der Sicherheit im öffentlichen Verkehr nur auf Rang 11. In der ersten Rubrik konnte NRW mit der rückläufigen Zahl der Getöteten im Straßenverkehr punkten.

In Bus und Bahnen "sicher"

Außerdem lobt der Bericht "eine anspruchsvolle Verkehrssicherheitsprogrammatik". In der Rubrik "Sicherheit im öffentlichen Verkehr" zählten dagegen ausschließlich die Ergebnisse einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa zu Beginn des Jahres bei 3231 Erwachsenen erhoben hatte.

Demnach fühlen sich in NRW zwar 88 Prozent der Reisenden in Bussen und Bahnen sicher (57 Prozent) oder sehr sicher (31 Prozent). Damit lande NRW allerdings schon auf dem vorletzten Platz aller Bundesländer, sagte EVG-Geschäftsstellenleiter Jürgen Hoffmann.

Den Spitzenplatz eroberte hier Hessen mit 96 Prozent. Die Umfrage habe vor allem ein starkes Bedürfnis der Bus- und Bahnfahrer nach Personal in den Wagen und an den Haltestellen zutage gefördert, sagte Hoffmann. 77 Prozent der Befragten in NRW wünschten sich demnach Personal in Dienstuniform, das in den Wagen mitfährt und ansprechbar ist.

Mehr Personal im öffentlichen Nahverkehr

Fast ebenso viele sprachen sich für Video-Überwachung und ein generelles Alkoholverbot in Bussen und Bahnen aus. An Haltestellen wünschten sich sogar 82 Prozent Video-Überwachung und 74 Prozent hätten gern Polizeibeamte im Stationsbereich.

Die EVG fordert, dass in den Abend- und Nachtstunden - mindestens von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens - qualifiziertes Personal für die Reisenden im öffentlichen Verkehr ansprechbar ist. Den zweiten Platz belegte NRW in der Kategorie Flächenschonung.

"Beim verkehrsbedingten Flächenfraß hat die Landesregierung in Düsseldorf auf die Bremse getreten", heißt es im Bericht. Den schlechtesten Einzelwert fuhr das Land hingegen mit Rang 14 bei der Lärmvermeidung ein. Dazu wurde festgestellt: "Tagsüber leiden 4,6 Prozent der Menschen und nachts 5,7 Prozent unter Verkehrslärm." Hier begnüge sich die Landesregierung aber mit sehr allgemeinen Zielen.

Dasselbe gelte im Kampf gegen "dicke Luft im Ruhrpott". Beim Schadstoffausstoß an Feinstaub und Stickstoffdioxid erreiche NRW im Ländervergleich hohe Jahresmittelwerte. Deshalb landete NRW in der Kategorie Luftreinhaltung nur auf Platz 12. In der

"Allianz pro Schiene" arbeiten mehr als 120 Unternehmen aus der gesamten Eisenbahnbranche und 21 nicht gewinnorientierte Verbände zusammen, darunter Gewerkschafter, Verbraucher- und Umweltschützer sowie Wissenschaftler. Der Bundesländerindex Mobilität wurde im vergangenen Jahr vom Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung ausgezeichnet. - dpa

Quelle: wa.de

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