Experten am Werk

Kurioser Kriminalfall in Altena: 250.000 Bienen gestohlen

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Honigbienen

[Update, 13.24 Uhr] Altena - Die Polizeimeldung klingt skurril, aber sie ist wahr: 250.000 Bienen sind zwischen Altena und Hemer im Sauerland abhanden gekommen. Kein alltägliches Ausschwirren, sondern glatter Diebstahl. Soviel steht fest: Es müssen Profis gewesen sein.

Bemerkt wurde der Diebstahl, als Landwirt Peter Schulte das hohe Gras kürzte und die Relikte der Stockfundamente sein Mähwerk zerstörten. „Der hat jetzt einen Schaden und ich auch!“, erklärt Imker Matthias Rentrop verärgert.

Abgelegen und gut sichtgeschützt waren die sechs Kästen mit den Bienenvölkern. „Im hohen Gras konnte man sie von der Straße aus gar nicht sehen. Auch von der anderen Seite aus am Waldrand waren sie fernab der Öffentlichkeit.“ Bienen arbeiten recht autark, weshalb der Imker auch nicht täglich bei seinen Völkern vorbeischauen muss.

Stellt sich nur die Frage, wie sich jemand 250.000 Bienen ins Auto laden und abtransportieren kann. „Kein Laie!“, ahnt Rentrop. „Dafür ist der Respekt vor möglichen Stichen zu groß bei Leuten, die sich nicht mit Bienen auskennen.“ Die Polizei formuliert es in ihrer Meldung so: "Der oder die Diebe waren sehr wahrscheinlich sachkundig im Umgang mit den Tieren und den Kästen, die sie bewohnen."

Bienendiebstahl häuft sich

Rentrop ist auf Kreis- und Landesebene gut organisiert und deshalb in engem Kontakt zu anderen Kollegen. „Bienendiebstahl häuft sich in letzter Zeit. Auch bei uns“, weiß er. Unweit des Tatortes war es erst kürzlich in Ihmert zu einem ganz ähnlichen Stockdiebstahl gekommen. „Und im Märkischen Kreis ist es darüber hinaus zu ganz merkwürdigen Bienenwanderungen gekommen“, ergänzt Rentrop.

Matthias Rentrop ist Imker und auch Obmann für Bienengesundheit Er wurde nun Opfer eines Diebstahls.

Gesichtet werden große Felder mit bis zu 400 Stöcken. Im Internet tauchen Angebote für Interessenten auf: „Miete Dir Deinen eigenen Bienenstock für den heimischen Garten.“ „Dann werden die Kästen gegen Leihgebühren geliefert und ein Pfleger, der sich um die Honigernte kümmert, gleich mit“, weiß Rentrop.

Bienen allerdings sind nicht gechipt wie Hunde und tragen auch keine Ohrmarken wie Kühe. „Die einzige Kennzeichnung tragen die Königinnen in Form eines farbigen Punkts und einer Nummer. Die ist aber nicht in einem großen zentralen Register hinterlegt, sondern ist für uns Imker eine laufende Nummer, um den Überblick zu behalten. Zur Identifizierung eines Volks ist diese Kennzeichnung ungeeignet.“

Honig als Finderlohn

Nicht nur die Polizei, sondern auch Rentrop bitten deshalb nun die Bevölkerung, sachdienliche Hinweise an die Altenaer Wache weiterzuleiten.

Wer zwischen dem 26. Mai und dem 18. Juni an der vielbefahrenen Strecke zwischen Evingsen und Ihmert etwas bemerkt hat oder merkwürdige Aktivitäten in bislang bienenfreien Nachbarschaften bemerkt, möge sich bei der Polizei unter Telefon 02352/91990 melden. Rentrop verspricht: „Wer bei der Aufklärung hilft, der bekommt ein Glas richtig leckeren Honig als Finderlohn!“

Quelle: wa.de

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