Corona-Pandemie

Nun doch: Schulen im Kreis Gütersloh bleiben im Distanzunterricht

Der Kreis Gütersloh ist mit einem Vorstoß, die Schulen im Distanzunterricht zu lassen, beim Land NRW nun doch erfolgreich gewesen.

Update: 19. April. Nun also doch: Wie der Kreis am Samstag mitteilte, dürfen die Schulen im Kreisgebiet weiterhin im Distanzunterricht bleiben. „Der Kreis hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die am 18. April um 0 Uhr in Kraft tritt und die vorsieht, dass in den Schulen der in dieser Woche praktizierte Distanzunterricht beibehalten wird“, heißt es dazu in einer Presseerklärung.

Damit ist der Kreis Gütersloh eine von mittlerweile 22 Kommunen in NRW, die nicht in den Präsenzunterricht zurückkehren. Am Freitag hatte das Land NRW noch für 13 Kommunen beschlossen, dass die Schüler dort weiterhin im Distanzunterricht verbleiben sollten, da die lokalen Inzidenzen dort über 200 liegen.

Nun gilt dies auch für den Kreis Gütersloh. Dort hat die 7-Tages-Inzidenz zwar noch immer nicht die 200er Marke geknackt – dies steht aber kurz bevor: Am Montag liegt die Inzidenz bei 197,4. Dem Kreis ist es offenbar gelungen, das Land NRW davon zu überzeugen, den Präsenzunterricht gar nicht erst einzuführen. „Wir haben unser Ziel erreicht“, sagt Landrat Sven-Georg Adenauer. „Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass wir die Unsicherheit für Lehrer, Schüler und Eltern eher hätten beenden können.“

Mit der Allgemeinverfügung hat der Kreis Gütersloh nun der noch immer ausstehenden Bundesbremse und auch der neuen Allgemeinverfügung des Landes vorweggegriffen: Für die Zwischenzeit wieder Schüler abwechselnd in die Schule zu schicken, verursache laut Landrat Adenauer ein erhebliches Infektionsrisiko, Unsicherheit bei Schülern, Eltern und Lehrern und zudem unnötigen Organisationsaufwand. „Mit unserer Allgemeinverfügung beseitigen wir jegliche Unsicherheit in dieser Frage.“

Bis zum Freitag habe man die Verunsicherung bei den Eltern jedoch nicht ganz verhindern können, heißt es in der Pressemeldung des Kreises weiter. Bis zum Freitag hätten die Eltern aufgrund der Ankündigung der Landesregierung in NRW rund um Armin Laschet von der Rückkehr zum Wechselmodell an den Schulen ausgehen müssen.

„Absurd“: Land NRW zwingt Kreis Gütersloh in den Wechselunterricht

Erstmeldung: 16. April. Gütersloh/NRW – Die Entscheidung, die Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch (14. April) verkündete, stieß an vielen Stellen auf Unverständnis: Ab dem 19. April gehen die Schulen in NRW wieder in den Wechselunterricht. Eine Entscheidung, die angesichts der konstant steigenden Infektionszahlen zurecht angezweifelt werden darf. So auch vom Kreis Gütersloh, der einen Antrag an das Land NRW gestellt hat, im Distanzunterricht zu bleiben und ab Montag nicht in den Wechselunterricht zu gehen, wie owl24.de* berichtet.

KreisGütersloh
Einwohner364.083
BundeslandNRW
LandratSven-Georg Adenauer (CDU)

Distanzunterricht an Schulen: Land NRW erteilt Kreis Gütersloh eine Abfuhr

In der aktuellen Phase der Corona-Pandemie* bietet das Thema „Schulen“ besonders viel Zündstoff. Nicht verwunderlich also, dass sich der Kreis Gütersloh* sehr irritiert und verärgert über die Entscheidung des Landes NRW zeigt. Zum Hintergrund: Für die aktuelle Woche hatte das Land NRW Distanzunterricht angeordnet, in der nächsten Woche sollen die Schulen wie vor den Osterferien, wieder zum Wechselunterricht zurückkehren, erklärte das NRW-Schulministerium am Mittwoch.

In der nächsten Woche ist jedoch mit der Einführung der sogenannten Bundes-Notbremse* zu rechnen, die Schulschließungen und damit Distanzunterricht ab einer Inzidenz von 200 einheitlich in der Bundesrepublik regelt. Der Kreis Gütersloh bewegt sich seit Tagen Richtung 200, am Freitag (15. April) liegt die Inzidenz hier bei 190,4 – Tendenz steigend. Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nach kurzem Wechselunterricht die Rückkehr zum Distanzunterricht eintreten wird. Der Kreis plante also lediglich, sich diesen Umweg, der erneut Unsicherheit und Verständnislosigkeit nach sich ziehen wird, zu sparen. Doch offenbar hält das Land NRW an der strikten Linie fest.

„Absurd“: Kreis Gütersloh fassungslos über Reaktion vom Land NRW

Dass diese Abfuhr bei den Verantwortlichen des Kreises Gütersloh auf wenig Verständnis trifft, ist nicht verwunderlich. Laut Mitteilung des Kreises sei man beim Land NRW „auf taube Ohren gestoßen“. Die Entscheidung mussten Landrat Sven-Georg Adenauer und Kreisdirektorin Susanne Koch anschließend den Kommunen mitteilen:

Aus unserer Sicht ist es absurd, dass die Schulen sich jetzt auf den Wechselunterricht vorbereiten und nach einigen wenigen Tagen wieder zum Distanzunterricht wie in dieser Woche zurückkehren müssen. Aber uns sind die Hände gebunden.

Kreis Gütersloh
Der Kreis Gütersloh wollte den Distanzunterricht beibehalten – das Land NRW ist dagegen (Symbolbild)

Am Donnerstag (15. April) hatte der Kreis Gütersloh aus Düsseldorf noch den Vorschlag bekommen, man könne eine komplett neue Allgemeinverfügung erlassen, die neben einem ganzen „Bündel“ weiterer Einschränkungen auch den Distanzunterricht beinhalten solle, teilt der Kreis mit. Diesen Weg wolle aber keiner gehen. Die erbetene Einzelmaßnahme für die SchülerInnen in der Region wurde jedoch abgelehnt. „Eine neue Allgemeinverfügung zu erlassen kurz bevor Berlin bundesweit neue Regeln erlässt, macht aber aus unserer Sicht keinen Sinn. Das würden die Bürgerinnen und Bürger doch nicht mehr verstehen“, tat Landrat Adenauer diesen Vorschlag des Landes ab. Auch die Testpflicht an den Schulen stößt auf Kritik: Schüler aus NRW klagten nun sogar dagegen. Am Montag (19. April) brach ein Schüler an einem Gymnasium in Paderborn bei einem Corona-Selbsttest zusammen*, die Schule gab jedoch schnell Entwarnung. (*Owl24.de und msl24.de sind ein Angebot von IPPEN.DIGITAL)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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