Krasse Unterschiede bei Kinderarmut in NRW

GÜTERSLOH - Die Armut von Kleinkindern ist in Nordrhein-Westfalen sehr unterschiedlich verteilt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse der Bertelsmann Stiftung.

Demnach wuchsen im Jahr 2009 im Kreis Coesfeld 9,2 Prozent der unter Dreijährigen in Armut auf. In keinem Landkreis war die Quote niedriger. Beim Schlusslicht, dem Kreis Recklinghausen, war der Anteil mit 28,2 Prozent mehr als dreimal so hoch. Auch in den kreisfreien Städten ist das Gefälle krass: In Münster betrug die Armutsquote bei Kleinkindern 19,3 Prozent, in Gelsenkirchen fiel sie mit 40,4 Prozent doppelt so hoch aus. Die unter Dreijährigen tragen das höchste Armutsrisiko aller Kinder.

Details im Internet:

Link

Die Studie listet die Armutsquoten für die Altersgruppe der unter Dreijährigen für alle 412 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland auf. Ausgewertet wurden dafür die aktuellsten vorliegenden Regionaldaten aus dem Jahr 2009. Auch bundesweit gibt demnach es deutliche regionale und lokale Unterschiede.

Der Untersuchung zufolge hat Nordrhein-Westfalen die höchste Armutsquote unter den westdeutschen Flächenländern. Im Jahr 2010 lebten in NRW 100 828 Kinder unter drei Jahren in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren. Das entspricht 22,7 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe. Damit liegt Nordrhein-Westfalen sowohl über dem Bundesschnitt (19,8 Prozent) als auch über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer von 17,2 Prozent. Gegenüber 2008 ist die Armutsquote in Nordrhein-Westfalen um 0,3 Prozentpunkte gesunken.

Das Land, in dem prozentual die wenigsten unter Dreijährigen von Armut betroffen sind, ist weiterhin Bayern (10,1 Prozent). Am höchsten ist der Anteil armer Kinder unter drei Jahren in Berlin (36,3 Prozent). - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare