Kraft redet bei DGB-Kundgebung zum 1. Mai - Röttgen will nicht

Hannelore Kraft

DÜSSELDORF - Die Forderung nach gerechten Löhnen und ein klares Zeichen gegen Rechts stehen im Mittelpunkt der diesjährigen DGB-Kundgebungen zum 1. Mai in Nordrhein-Westfalen.

Norbert Röttgen

Bei der zentralen Gewerkschaftsveranstaltung in Dortmund wird - knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl - auch Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft reden. Ihr CDU-Herausforderer Norbert Röttgen schlug ein Auftrittsangebot für eine andere große Kundgebung dagegen aus, sagte DGB-Landeschef Andreas Meyer-Lauber am Mittwoch in Düsseldorf. Der Bundesumweltminister sei mit dem "Arrangement" nicht zufrieden gewesen. Er habe einziger Redner sein wollen, statt die Bühne mit Vertretern von Gewerkschaft und SPD teilen zu müssen.

Am Tag der Arbeit 2012 will der DGB ein deutliches Zeichen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit setzten und für Toleranz eintreten. Die Hauptkundgebung finde auch deshalb in Dortmund statt, weil es dort am 1. Mai 2009 Angriffe von Rechtsradikalen auf eine DGB-Veranstaltung gegeben habe und man Neonazis die Stirn bieten wolle, sagte Meyer-Lauber. Gegen die Verantwortlichen stehe in Kürze der Prozessauftakt an.

Zur Landtagswahl am 13. Mai stellt der DGB vier zentrale Forderungen: "Wir wollen sichere und faire Arbeit in NRW", betonte der Landesvorsitzende. Auch die Energiewende müsse unter dieser Prämisse gestaltet werden. In der Bildung verlangt die Gewerkschaft mehr Chancengleichheit sowie eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen. Die Kommunen müssten finanziell entlastet werden.

Unter dem bundesweiten Motto "Gute Arbeit für Europa - Gerechte Löhne, soziale Sicherheit" soll Solidarität mit den Beschäftigten in finanzschwachen EU-Ländern demonstriert werden. Es sei nicht Schuld der Beschäftigten, dass Länder wie Griechenland, Portugal oder Spanien wackelten. "Finanzzocker" hätten die Weltwirtschaft beinahe in den Abgrund gestürzt, sagte Meyer-Lauber. Hart erkämpfte Erfolge wie Mindestlohn, soziale Sicherung oder Tarifautonomie seien in den Krisenländern in Gefahr. - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare