SPD-Gegenkandidat mit wenig Chancen

Kommunalwahl in Köln: Stichwahl OB Reker muss gegen Kossiski nochmal ran

Ein großes Porträt der Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, ist an einer Fassade in der Kölner Südstadt zu sehen.
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Ein großes Porträt der Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, ist an einer Fassade in der Kölner Südstadt zu sehen.

In Köln, der größten Stadt in NRW, stehen die Chancen für Amtsinhaberin Henriette Reker gut, den Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters in der Stichwahl am 27. September 2020, erneut zu gewinnen.

+++ Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) muss sich einer Stichwahl stellen. Bei der OB-Wahl am Sonntag lag sie mit 45,1 Prozent der Stimmen in der Gunst der Wähler zwar deutlich vorne - die absolute Mehrheit verfehlte sie allerdings, wie aus am Montagmorgen im Internet veröffentlichten Zahlen der Stadt hervorging. Der Landtagsabgeordnete Andreas Kossiski von der SPD erreichte mit 26,8 Prozent der Stimmen den zweiten Platz und tritt nun am 27. September in der Stichwahl gegen Reker an. Das Ergebnis war eine kleine Überraschung, da Wähler-Befragungen vor dem Urnengang die Wiederwahl der 63-Jährigen schon im ersten Wahlgang in Aussicht gestellt hatten.

Bei der Wahl zum Kölner Stadtrat fuhren die Grünen ein sehr gutes Ergebnis ein. Nach Auszählung von 1230 der 1231 Stimmbezirke erreichte die Partei 28,5 Prozent und wurde damit stärkste Kraft vor der SPD (21,6) und der CDU (21,5).

Kommunalwahl in Köln: Oberbürgermeisterin Reker muss in die Stichwahl

+++ Um kurz nach Mitternacht fehlen in Köln noch eine Hand voll Wahlbezirke: Es sieht alles nach einer Stichwahl bei der Oberbürgermeister-Wahl zwischen Reker (44,99 Prozent) und Kossiski (26,84 Prozent) aus. Bei der Ratswahl haben die Grünen die Nase vorn: 28,51 Prozent hat das Bündnis eingesackt, gefolgt von der SPD (21,63 Prozent) und CDU (21,43 Prozent).

+++ Ein Viertel der Kölner Wahlbezirke ist ausgezählt, und alle Zeichen weisen auf OB-Stichwahlen: Amtsinhaberin Henriette Reker steht bei 40,99 Prozent, Andreas Kossiski (SPD) würde nach dem derzeitigen Stand mit Reker in die Stichwahl am 27. September gehen. In den bisher ausgezählten Bezirken liegt die Wahlbeteiligung bei 24,7 Prozent.

+++ Mehr als die Hälfte aller Kölnerinnen und Kölner haben ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 50,6 Prozent.

+++ Die Prognose für die Ratswahl in Köln sieht die Grünen mit 29 Prozent vor CDU (20,5) und SPD (20,0). Laut infratest dimap kommen die Linken auf 7 Prozent sowie FDP und Volt auf je 5,5 Prozent.

+++ Nach einer ersten Prognose hat die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Wahl in Köln klar gewonnen. Das meldet der WDR mit Bezug auf Zahlen von infratest dimap. Die von CDU und Grünen unterstütze Reker kommt demnach auf 48,5 Prozent der Stimmen. Ihr Herausforderer Andreas Kossiski (SPD) bringt es nur auf 24 Prozent. Um eine Stichwahl am 27. September zu vermeiden, benötigt Reker aber 50 Prozent plus eine Stimme.

+++ Die Stadt Köln hat erste Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlicht. Um 15 Uhr waren 35 Prozent der knapp 830.000 Wahlberechtigten im Wahllokal.

Kommunalwahl in Köln: OB Henriette Reker gegen 12 Herausforderer

Köln - In der Millionenstadt Köln (NRW) fällt bei der Kommunalwahl 2020 unter anderem die Entscheidung, ob die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine zweite Amtszeit erhält. Am 13. September finden in der größten Stadt in NRW die Wahl des Oberbürgermeisters, der Vertreter des Stadtrates und der Mitglieder der Bezirksvertretungen statt.

Kommunalwahl in Köln
TerminSonntag, 13. September 2020
Was wird gewählt?Oberbürgermeister, Stadtrat, Bezirksvertretung
Wer darf wählen?Mindestalter: 16; deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
StichwahlenSonntag, 27. September 2020

Es ist der erste Termin für die Kommunalwahl in NRW seit sechs Jahren. In allen Städten und Gemeinden von NRW stehen Stadt- und Gemeinderäte, Bürgermeister und Landräte verschiedener Parteien zur Wahl. Die neue Legislaturperiode wird wie gewohnt wieder fünf Jahre dauern.

Kommunalwahl 2020 in NRW: Henriette Reker möchte Oberbürgermeisterin bleiben

So auch in Köln. Amtsinhaberin Henriette Reker tritt nach ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin im Oktober 2015 in diesem Jahr erneut an. 12 weitere Kandidaten werden mit ihr um das Amt kämpfen. Reker ist parteilos, ihr letzter Wahlkampf wurde von Stadtrats-Parteien der Grünen, der CDU und der FDP unterstützt. Auch bei der Kommunalwahl 2020 wird die 63-Jährige wieder von CDU und Grünen unterstützt, nicht aber von der FDP.

Bundesweit in die Schlagzeilen geriet die Oberbürgermeisterin von Köln, als sie am Tag vor der Wahl 2015 während eines Wahlkampftermins auf einem Kölner Wochenmarkt durch eine Messerattacke schwer verletzt wurde. Es war ein politisch motiviertes Attentat mit rechtsextremem Hintergrund. Grund für den Angriff war nach Aussage des Angreifers Rekers Flüchtlingspolitik.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker möchte bleiben. Sie tritt bei der Kommunalwahl 2020 in Köln noch einmal für das Amt des Stadtoberhaupts an.

In Rekers Amtszeit fiel auf die Silvesternacht 2015/16, in der in Köln zahlreiche Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen durch Gruppen junger Männer vornehmlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum wurden. Es entflammte bundesweit eine Diskussion über Sicherheitskonzepte. Auf Nachfrage zitierte Henriette Reker damals Verhaltensempfehlungen für Frauen und nannte in dem Zusammenhang die „eine Armlänge“, die Frauen zu Fremden Distanz halten sollen. In sozialen Netzwerken und in der Presse wurde die Aussage scharf kritisiert.

Kommunalwahl 2020 in Köln: Diese Kandidaten bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters

12 weitere Kandidaten treten am 13. September im Kampf um den Posten des Stadtoberhaupts in Köln an:

  • Andreas Kossiski, SPD
  • Christer Cremer, AfD
  • Sabine Neumeyer, Parteilos
  • Roberto Campione, Parteilos
  • Nicolin Gabrysch, Deine Freund*Innen / Klimaliste Köln
  • Jörg Detjen, Die Linke
  • Thor-Geir Zimmermann, GUT
  • Robert Nussholz, Parteilos
  • Rüdiger-René Karl Maria Keune, ÖDP
  • Martin Josef Przybylski, Parteilos
  • Olivier Fuchs, Volt
  • Dagmar Langel, Wir sind Köln 2020

Kommunalwahl 2020 in Köln: SPD-Kandidat Andreas Kossiski gilt als wichtigster Gegner Rekers

Andreas Kossiski von der SPD gilt als wichtigster Kontrahent Rekers. Ihm werden die besten Chancen eingeräumt. Kossiski ist langjähriger Gewerkschafter. Von 2009 bis 2017 war er Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) der Region Köln-Bonn. Kossiski ist Mitglied des Landtags von NRW und war zuvor Polizeibeamter.

Die Meinungsforscher von Infratest dimap haben im Auftrag des WDR sowie des Kölner Stadt-Anzeigers die politische Stimmung in Köln vermessen. Demnach habe Henriette Reker bislang gute Aussichten, bereits im ersten Wahlgang ins Amt als Oberbürgermeisterin gewählt zu werden. Sie könnte mit einem Wähleranteil von 61 Prozent rechnen, teilt Infratest dimap mit. Der SPD-Kandidat Andreas Kossiski bleibe deutlich mit 22 Prozent dahinter zurück.

Kommunalwahl 2020 in Köln: Wahl der Bezirksvertretungen in neun Stadtbezirken

Neben dem Amt des Oberbürgermeisters werden bei der Kommunalwahl 2020 in Köln auch der Stadtrat gewählt. Hier geht aus der Erhebung hervor, dass SPD und Grüne jeweils 24 Prozent und die CDU 23 Prozent erreichen könnten und somit quasi gleichauf wären. Laut Infratest dimap würde die Linke mit 9 Prozent vierstärkste Krafte werden.

Die dritte Wahl am 13. September in Köln ist die Wahl der Bezirksvertretungen in den neun Stadtbezirken, ebenfalls für die Dauer von fünf Jahren. Die Bezirksvertretungen haben jeweils 19 Mitglieder. Gewählt wird in den Kölner Bezirken Chorweiler, Ehrenfeld, Innenstadt, Kalk, Lindenthal, Mülheim, Nippes, Porz und Rodenkirchen.

Liste der Oberbürgermeister der Stadt Köln seit 1945

  • 1945: Willi Suth, CDU
  • 1945: Konrad Adenauer, CDU
  • 1945: Willi Suth, CDU
  • 1945-1948: Hermann Pünder, CDU
  • 1948: Ernst Schwering, CDU
  • 1948-1949: Robert Görlinger, SPD
  • 1949-1950: Ernst Schwering, CDU
  • 1950-1951: Robert Görlinger, SPD
  • 1951-1956: Ernst Schwering, CDU
  • 1956-1973: Theo Burauen, SPD
  • 1973-1980: John van News Ziegler, SPD
  • 1980-1999: Norbert Burger, SPD
  • 1999-2000: Harry Blum, CDU
  • 2000-2009: Fritz Schramma, CDU
  • 2009-2015: Jürgen Roters, SPD
  • seit 2015: Henriette Reker, parteilos

Spannend könnte die Oberbürgermeister-Wahl in Dortmund verlaufen. Auch hier - in der oft zitierten „Herzkammer der Sozialdemokratie“ - liefern sich die Kandidaten von SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nachfolge von Ullrich Sierau, der nicht wieder kandidiert.In Münster muss sich Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) gegen acht andere Kandidaten behaupten. Auch in Bochum bekommt es SPD-Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ebenfalls mit acht Kontrahenten zu tun. In Bielefeld hat Oberbürgermeister Pit Clausen beste Chancen auf eine dritte Amtszeit im ersten Anlauf. In Hagen hofft der von der Jamaika-Koalition unterstützte parteilose Amtsinhaber Erik O. Scholz auf die Wiederwahl gegen seinen SPD-Herausforderer. Die einzige Großstadt in NRW, in der am 13. September kein Oberbürgermeister gewählt wird, ist Duisburg. Oberbürgermeister Sören Link steht wegen einer Besonderheit nicht zur Wahl - das wirkt sich wahrscheinlich auf die Wahlbeteiligung aus.

Für Köln ist der Blick in die „verbotene Stadt“ am 13. September gar nicht so unspannend: In Düsseldorf tritt Stephan Keller (CDU) als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters an. Keller ist Stadtdirektor und Dezernent für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht in Köln und somit auch hauptamtlicher Stellvertreter von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Jetzt will der gebürtige Aachener zum „ewigen rheinischen Rivalen“ und Stadtoberhaupt der Landeshauptstadt werden.

Kommunalwahl in NRW 2020: Bis zu fünf Stimmzettel

Bei der Kommunalwahl 2020 in NRW können die Wähler je nach Wohnort bis zu fünf Stimmzettel bekommen. Wer wie viele Stimmzettel bekommt und worauf zu achten ist. Wegen der Coronavirus-Krise gibt es bei der Kommunalwahl in NRW einiges zu beachten. Bei der Kommunalwahl in NRW 2020 rechnen Experten mit einer Rekord-Teilnahme an der Briefwahl.

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