Kommission fordert mehr Geld für Busse und Bahnen

DÜSSELDORF - Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) stößt an seine Grenzen. Trotz steigender Fahrgastzahlen fehlen Milliarden für die Sanierung. In NRW setzt sich die ÖPNV-Zukunftskommission in ihrem Abschlussbericht für eine Verdoppelung der Verkehrsleistung ein.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen braucht aus Sicht von Experten mehr Geld: Die ÖPNV-Zukunftskommission fordert in ihrem am Freitag in Düsseldorf vorgestellten Abschlussbericht einen massiven Ausbau. Bis 2050 müsse die Verkehrsleistung schrittweise um 50 bis 100 Prozent erhöht werden. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßte die Empfehlung als "wegweisend" für die Gestaltung des Nahverkehrs.

Nur mit mehr Leistung könne der ÖPNV in NRW sowohl die Mobilität der Bürger sicherstellen als auch zur Einhaltung der Klimaschutzziele des Landes beisteuern, machte die im Auftrag der NRW-Landesregierung eingesetzte Kommission deutlich.

Doch der Sanierungsstau ist immens. Die Kommission beziffert die notwendigen zusätzlichen Mittel für den Erhalt der Infrastruktur allein für die U- und Straßenbahnen in NRW auf 1,1 Milliarden Euro bis 2016 und weitere zwei Milliarden Euro bis 2025. Für den Erhalt und Neubau der ÖPNV-Infrastruktur ist die Öffentliche Hand zuständig. Seine Betriebskosten - Fahrzeuge, Personal, Strom - deckt der ÖPNV nach Angaben des VDV bundesweit zu 80 Prozent selbst.

"Ohne zusätzliche Finanzmittel werden wir den Erneuerungsbedarf im kommunalen Nahverkehr nicht decken können", sagte VDV-Präsident Jürgen Fenske in Berlin. Trotz jährlicher Wachstumsraten von bis zu drei Prozent vor allem in den Großstädten stießen viele Verkehrsunternehmen zunehmend an die Grenzen ihrer Kapazitäten, weil die Infrastruktur dringend erneuert und ausgebaut werden müsse.

NRW gilt als ÖPNV-Schwergewicht in Deutschland. Von den bundesweit im ersten Halbjahr 2013 beförderten knapp fünf Milliarden Fahrgästen entfiel laut VDV mit gut 1,23 Milliarden ein Viertel auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Auch bei den von Bussen und Bahnen zurückgelegten sogenannten Personenkilometern - 46 Milliarden in den ersten sechs Monaten - kam NRW mit 11,5 Milliarden auf ein Viertel.

Die Kommission mahnt zudem Verbesserungen beim Service an: Kunden müssten vor allem besser und schneller über Verspätungen oder Zugausfälle informiert werden. Dies könne beispielsweise mit Hilfe des Smartphone geschehen. - lnw

Quelle: wa.de

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