Sicherheit am Flughafen

Körperscanner in Köln: "Keine großen Bedenken"

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Köln - Die Körperscanner für jedermann kommen an die deutschen Flughäfen. Datenschützer äußerten lange Zeit Bedenken - Passagiere scheinen es aber bislang gelassen zu nehmen.

Die junge Frau hat die Arme nach oben gestreckt, ihre Beine stehen etwas auseinander auf zwei gelben Markierungen. Ein kurzes Surren ertönt in der Box und nach wenigen Sekunden erscheint auf dem Bildschirm am Köln/Bonner Flughafen ein schematischer Umriss ihres Körpers. Dort wo gelbe Flächen zu sehen sind, wird die Frau gleich abgetastet werden.

Dieses Bild wird ab sofort häufiger zu sehen sein auf deutschen Flughäfen. Vor kurzem wurde bekannt, dass die umstrittenen Körperscanner künftig bundesweit zum Einsatz kommen. Aktuell stehen nun 25 Körperscanner an sechs deutschen Flughäfen: in Berlin (Schönefeld), Düsseldorf, Köln/Bonn, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart. 12 Körperscanner setzt die Bundespolizei für die allgemeine Fluggastkontrolle ein, weitere 13 speziell für den US- und Israelreiseverkehr. Bis zum Jahresende sollen vier zusätzliche Geräte in Stuttgart dazukommen.

In Köln/Bonn wurden Mitte November sechs Körperscanner angebracht. Die Passagiere an diesem Flughafen haben jetzt die Wahl: Wollen sie sich von den neuen Geräten "durchleuchten" lassen oder weiterhin herkömmlich kontrolliert werden?

"In Köln/Bonn nutzt mittlerweile die große Mehrheit der Fluggäste die neuen Scanner", sagt Steffi Rost, Sprecherin der Bundespolizei in NRW. Es kommt aber schon vor, dass sich jemand beschwert oder zumindest kritisch fragt. Es sei deshalb besonders wichtig, dass die Fluggäste am Anfang gut begleitet und betreut würden. So wollte etwa gleich am ersten Tag jemand wissen, was denn später genau auf den Bildschirmen zu sehen sei.

Unterschiede kaum bemerkbar

Eine junge Studentin, die nach ihrem Gang durch den Scanner in Köln/Bonn ihre Stiefel wieder anzieht, sagt: "Das war jetzt mein erstes Mal, aber ich habe keinen großen Unterschied gemerkt. Ich habe da auch weiter keine Bedenken."

Andere indes schon: Datenschützer äußerten wiederholt Vorbehalte gegen die Geräte, die zunächst als "Nacktscanner" verschrien waren. Manch einer warnte vor der Strahlung, die von den Geräten ausgehe. Andere bemängelten die vielen Fehlalarme, die sich vor allem in der Testzeit bemerkbar gemacht hatten. So hatten etwa Falten in der Kleidung oder auch Schweißflecken Alarm ausgelöst.

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz Andrea Voßhoff hat die Debatte um die Einführung der Scanner von Anfang an begleitet. Sie sagt: "Derzeit bestehen hinsichtlich der mir bekannten Verfahren keine datenschutzrechtlichen Bedenken, da die von der Datenschutzkonferenz vorgegebenen Anforderungen erfüllt werden." Sie verweist darauf, dass die Geräte eben keine realen Körperbilder zeigen, sondern nur typisierte Strichmännchen. Die Nutzung der Körperscanner werden sie aber, so Voßhoff, in ihre datenschutzrechtlichen Kontrollen weiterhin einbeziehen.

Alles problemlos: "Ging doch fix"

Ein Geschäftsmann im Köln/Bonner Eincheck-Terminal stürmt aus der Box. "Ich würde das jederzeit wieder benutzen. Ging doch fix", sagt er im Vorbeigehen und klappt schnell seine Laptoptasche zusammen.

Eine gewisse Zeitersparnis ist das eine. Die Bundespolizei, in deren Zuständigkeitsbereich die Scanner fallen, erhofft sich von den neuen Geräten aber vor allem auch mehr Sicherheit. Gerade erst ist durch Tests herausgekommen, dass bei den derzeitigen Kontrollen an Flughäfen durchaus mal etwas übersehen wird. Die Scanner erkennen im Gegensatz zu Metalldetektoren auch Pulver, Flüssigkeiten oder andere potenziell gefährliche Gegenstände ohne Metallanteile. Und die Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen können verdächtige Gegenstände direkt sehen und die Passagiere dann gezielt abtasten.

Der Flughafenverband ADV erwartet vom häufigeren Einsatz von Körperscannern darüber hinaus ein Mehr an Komfort für die Passagiere. Ein Abtasten durch das Sicherheitspersonal werde seltener nötig sein, sagt ADV-Sprecher Björn Potulski.

dpa

Quelle: wa.de

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