Kölner Ex-OB Burger tot - Anklage wegen Parteispenden

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Norbert Burger im Jahr 1997.

KÖLN - Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger ist am Mittwoch im Alter von 79 Jahren gestorben. Burger litt seit mehreren Jahren an Krebs und sprach darüber mehrfach in Interviews.

Der SPD-Politiker - Beiname "Oberburger" - war von 1980 bis 1999 19 Jahre Oberbürgermeister der viertgrößten deutschen Stadt. Danach geriet er in den Sog eines Parteispenden-Skandals der Kölner SPD.

Sein Abschied 1999 fiel mit dem Ende einer 43 Jahre währenden SPD-Herrschaft in Köln zusammen. Die SPD erlebte ein Debakel, weil sich ihr Oberbürgermeister-Kandidat Klaus Heugel kurz vor der Wahl wegen eines illegalen Insider-Aktiengeschäfts zurückziehen musste.

Ein paar Jahre später kam der Kölner Ehrenbürger Burger selbst wegen einer angeblich fingierten Spendenquittung ins Gerede. 2002 wurde sein Haus von der Steuerfahndung durchsucht. 2006 stellte das Kölner Landgericht Spendenverfahren gegen ihn und fünf andere SPD-Politiker nach Zahlung von Geldauflagen in Höhe von 7000 bis 30.000 Euro ein.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Untreue und Betrugs erhoben. Bei dem Verfahren ging es um die illegale Stückelung von "Danke-Schön-Spenden" nach dem Bau einer Müllverbrennungsanlage. Burger selbst sagte, ihm sei die Spendenbescheinigung untergeschoben worden.

Bis heute oft zitiert wird Burgers Definition von Klüngel als einem "Ausräumen von Schwierigkeiten im Vorfeld von Entscheidungen". - lnw

Quelle: wa.de

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