Durchsuchung der Wohnung

Sprengsatz in RB25 entdeckt: Junger Mann (21) aus Lüdenscheid gesteht - Tat aus Unzufriedenheit

Nach dem Fund eines vermeintlichen Sprengsatzes in einem abgestellten Zug in Köln hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid festgenommen.

Update, 9. Oktober, 21.45 Uhr:  Nach dem Fund eines vermeintlichen Sprengsatzes in einem abgestellten Zug in Köln hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid festgenommen. Der 21-Jährige habe bei seiner Vernehmung ein umfangreiches Geständnis abgelegt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Köln am Freitagabend mit.

Der junge Mann aus dem Sauerland räumte demnach ein, den Gegenstand schon am Freitag vergangener Woche in einer Regionalbahn abgelegt zu haben. Als Motiv habe er Unzufriedenheit mit seiner prekären sozialen Lage angegeben, mit der Tat habe er öffentliche Aufmerksamkeit erregen wollen. Erkenntnisse zu einem extremistischen Hintergrund lägen nicht vor. Der 21-Jährige sei bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Da es keine Haftgründe gebe, sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er muss sich den Angaben zufolge wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens verantworten.

Sprengsatz in RB25 platziert: Unsere bisherige Berichterstattung zur Tat

Köln/Lüdenscheid - Beamte durchsuchten am Freitag die Wohnung des 21-Jährigen in Lüdenscheid im Sauerland, wie die Polizei mitteilte. Ihm werde vorgeworfen, das Paket, in dem sich Nägel und eine geringe Menge Schwarzpulver befunden hatten, in der Regionalbahn deponiert zu haben. „Wir ermitteln wegen des Verdachts auf Vortäuschen eines bevorstehenden Anschlags“, sagte Oberstaatsanwalt Holger Heming von er Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft. Nähere Einzelheiten zu dem Lüdenscheider wurden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht genannt. Ob der Anfangsverdacht für einen Haftbefehl ausreicht, blieb gestern unklar.

Eine Reinigungskraft hatte den verdächtigen Gegenstand vergangenen Samstag (3. Oktober) auf der Toilette des abgestellten Zugs auf einem Betriebsbahnhof in Köln entdeckt. Der Inhalt war nach Angaben der Ermittler in Plastiktüten gewickelt und mit Klebeband verklebt. Eine akute Gefahr ging von dem vermeintlichen Sprengsatz demnach nicht aus. Eine akute Gefahr ging von dem vermeintlichen Sprengsatz nicht aus. „Die Zündschnur hätte extern gezündet werden müssen. Das war nicht der Fall. Bei einer Explosion wäre die Sprengkraft zudem so gering gewesen, dass die Nägel nur wenige Zentimeter weit geschleudert worden wären“, sagte Oberstaatsanwalt Heming unserer Zeitungsgruppe.

Bombe in Regionalbahn in Köln: Mann in Lüdenscheid verhaftet

Laut aktueller Mitteilung der Polizei hatte der Verdächtige aus Lüdenscheid den Gegenstand bereits am Freitag (2. Oktober) in dem Zug deponiert, einen Tag vor dem Fund der selbstgebastelte Bombe. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte berichtet, dass die Ermittler den Täter auf einem Überwachungsvideo entdeckt hatten. Er sei allerdings maskiert gewesen.

Mitarbeiter der Polizei stehen bei einem Zug auf dem Gelände des DB Betriebsbahnhofs Deutzer Feld. Foto: Steil-TV/dpa

Bestätigt ist, dass das Paket in einem Waggon der Regionalbahn 25 gefunden wurde. Der Zuglinie verbindet Lüdenscheid und Köln. Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass der mutmaßliche Täter die Bomben-Attrappe während der letzten Fahrt der RB25 abgelegt hatte. Diese startete allerdings nicht in Lüdenscheid, sondern um 23.23 Uhr in Gummersbach.

Die Zentralstelle Terrorismusverfolgung der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft hatte den Fall wegen der Gesamtumstände übernommen. „Der Fund eines sprengstoffverdächtigen Gegenstandes in einem öffentlichen Verkehrsmittel“ sei Anlass „zur Prüfung einer terroristischen Motivation des Täters“.

Da die Bombe aber nicht funktionstüchtig war, wurde zunächst wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Rubriklistenbild: © Steil-TV

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