Regierungsflugzeug gekapert - Mann muss in die Psychiatrie

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Der Angeklagte (links), der im Juli 2013 in ein Regierungsflugzeug auf dem Militärflughafen Köln geklettert war, neben seinem Verteidiger.

KÖLN - Ein psychisch kranker Mann, der ein Regierungsflugzeug in Köln starten wollte, soll laut einem Urteil des Landgerichts Köln in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Der 25-Jährige, der unter Wahnvorstellungen litt, habe in einer persönlichen Ausnahmesituation etwas Außergewöhnliches und Großartiges vollbringen wollen, stellten die Richter am Kölner Landgericht am Mittwoch in ihrem Urteil fest. Er sei im Juli 2013 auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn in die Maschine geklettert, die auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzt, und habe alle Startvorkehrungen getroffen.

Der Start habe nur deshalb nicht geklappt, weil das Flugzeug nach einer Wartung vom Strom abgeklemmt war.

Der Gesundheitszustand des Mannes habe sich vor der Tat zunehmend verschlechtert, sagte der Vorsitzende Richter Wilhelm Kremer: Er fühlte sich gemobbt, wurde aggressiv, verlor den Bezug zur Realität. Die Eltern hätten keinen Ausweg gewusst, und ihren Sohn vor die Tür gesetzt. Später sei er auch bei der Freundin rausgeflogen und habe dann auf der Straße gestanden.

Über eine benachbarte Kaserne sei der Mann zu dem Airbus der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums gelangt und habe alle Startvorbereitungen getroffen. "Es besteht kein Zweifel, dass er die Absicht hatte, die Maschine in Bewegung zu setzen und loszufliegen", sagte Kremer.

Der versuchte Eingriff in den Luftverkehr sei ein erhebliches Delikt, stellten die Richter fest. Da der Mann die Behandlung verweigere, könne man nicht ausschließen, dass er weitere "auf Großartigkeit ausgelegte Taten" vollbringen wolle, sagte Kremer. Der Verteidiger des Mannes kündigte Revision an. - dpa

Quelle: wa.de

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