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„Wahnsinn“: 250.000 Menschen ziehen bei Friedensdemo durch Köln

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Rosenmontag - Friedensdemonstration in Köln
Ein Friedensdemonstrationszug zieht am Rosenmontag durch die Innenstadt von Köln. © Rolf Vennenbernd/dpa

Demo statt Karneval in Köln: 250.000 Menschen demonstrieren am Rosenmontag gegen den Ukraine-Krieg und für den Frieden. „Wahnsinn“, sagt ein Sprecher.

Köln - „Mir sin alle nur Menschen“ - Wir sind alle nur Menschen: Dort wo normalerweise an Rosenmontag die Karnevalswagen durch Köln rollen, zog diesmal eine riesige Friedensdemo durch die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen. An der Demonstration gegen den Ukraine-Krieg nahmen bis zum Nachmittag mehr als 250.000 Menschen teil.

StadtKöln
BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung1,086 Millionen (2019)

Köln/NRW: Friedensdemo mit mehr als 250.000 Teilnehmern

„Es strömen immer noch von den Seitenstraßen Menschen hinzu.“ Es könne daher sein, dass die Zahl am Montagabend noch höher liege. „Aber Zwischenstand ist 150.000. Das ist Wahnsinn“, sagte der Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, Michael Kramp, am frühen Nachmittag. Am späten Nachmittag wurde die Zahl auf mehr als 250.000 nach oben korrigiert.

„Es ist beeindruckend, wie viele Menschen in Köln auf der Straße sind“, sagte ein Polizeisprecher. Trotz der Menschenmassen sei der Demonstrationszug ohne Zwischenfälle verlaufen. In Reden solidarisierten sich Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn und Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sowohl mit der Ukraine als auch mit den Antikriegs-Demonstranten in Russland. News zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Kostümierte und Nichtkostümierte marschierten gemeinsam durch die Straßen. Viele trugen Transparente mit Aufschriften wie „Putin Go Home“ und „Dear Russian people, be Russians not Putinians“ („Liebes russisches Volk, seid Russen, keine Putinianer“). Vor dem Start des Marsches ließ das Festkomitee Kölner Karneval weiße Friedenstauben aufsteigen.

Köln: Proteste gegen Vladimir Putin und Ukraine-Krieg

Trotz der Menschenmassen registrierte die Polizei bis zum Mittag keinerlei Zwischenfälle. Teilnehmer beschrieben eine gedämpfte, überwiegend ernsthafte Atmosphäre. Die Kölner Karnevalisten hatten sich am Tag des Kriegsbeginns entschieden, eine Friedensdemo zu veranstalten. Der normale Rosenmontagszug durch die Stadt war zuvor schon wegen Corona abgesagt worden. Als Ersatz sollte der Zug durch das Stadion des 1. FC Köln rollen, doch das wurde nun ebenfalls gecancelt.

Rosenmontag - Friedensdemonstration in Köln
Teilnehmer der Friedensdemonstration am Rosenmontag halten Plakate mit der Aufschrift „Stop Putin“. © Oliver Berg/dpa

Der Zug wurde angeführt von einem Karnevalswagen, der eine von einer russischen Flagge aufgespießte Friedenstaube zeigte. Reker betonte in einer Rede aber auch: „Ich empfinde grenzenlose Bewunderung für all die mutigen Russinnen und Russen, die bereits seit Freitag auf die Straßen ihres Landes gehen.“ Minutenlanger donnernder Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer war die Reaktion darauf.

Friedensdemo in Köln mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst

„Da bin ich sehr stolz auf meine Stadt“, sagte BAP-Sänger Wolfgang Niedecken im WDR. Der „höchste Kölner Feiertag“, der Rosenmontag, sei zu einer Solidaritätskundgebung für Frieden und Demokratie umfunktioniert worden. Alle Teilnehmer verhielten sich verantwortlich: „Ich sehe keinen einzigen ohne Maske.“

Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst ging in der Demo mit. „Das ist heute die beste Art, auf den Beinen zu sein, nämlich für Frieden und Freiheit in Europa zu demonstrieren“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

In Düsseldorf war der Rosenmontagszug schon vor Wochen wegen Corona auf Ende Mai verlegt worden. Allerdings rollte dort ein einzelner Wagen von Jacques Tilly zum Ukraine-Krieg durch die Stadt. Die überlebensgroße Karikatur aus Drahtgeflecht und Pappmaché zeigte Wladimir Putin, der sich die Ukraine in den Rachen steckt, und den Spruch „Erstick dran!!!“. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (dpa)

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