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Neue Serie auf Netflix: Wirecard-Satire King of Stonks wurde in NRW gedreht

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Von: Daniel Schinzig

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Zuschauer können auf Netflix eine satirische Aufarbeitung des Wirecard-Skandals sehen. Vielleicht erkennen sie sogar einen der Drehorte: „King of Stonks“ wurde in NRW gedreht.

Hamm - Der Wirecard-Skandal gilt als der größte Finanzskandal in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Dokumentationen zu dem Thema gibt es bereits. Eine fiktive Aufarbeitung des Themas war ebenfalls nur eine Frage der Zeit. Seit Mittwoch (6. Juli) befindet sich die deutsche Serie „King of Stonks“ nun im Programm von Netflix.

Die sechs Folgen gehen jedoch anders mit den realen Ereignissen um, als man denken könnte. „Wirecard“ wird nicht genannt, auch die Namen Markus Braun und Jan Marsalek nicht. Stattdessen dient der echte Skandal mehr oder weniger lose als Vorbild für eine wilde Satire. Für Menschen in NRW lohnt sich das Einschalten alleine schon wegen der Kulisse. Denn gedreht wurde „King of Stonks“ in Düsseldorf.

„King of Stonks“ (Netflix): Serie wurde in Düsseldorf gedreht

Dass die NRW-Landeshauptstadt Ort der Handlung ist, hat einen bestimmten Grund. Regisseur Jan Bonny verriet dem Magazin Capital, dass man bewusst Bilder bieten wollte, die den Zuschauern noch nicht so bekannt sind. „In Düsseldorf konnten wir unsere Figuren neu entdecken“, sagte der Filmemacher im Interview. „Der Katholizismus rheinischer Prägung ist einfach auch ein herrlicher Nährboden, ein Sud aus Beten und Saufen, in dem sich alles irgendwie unter den Teppich kehren lässt.“

Für Jan Bonny spielt der Schauplatz einer Geschichte eine ebenso wichtige Rolle wie die Handlung. So sagte er der Rheinischen Post, dass er immer im gleichen Maße Orte wie Geschichten verfilmen würde. „Es ist gut, wenn man im Erzählen durch die Orte konkret werden kann, wenn die Textur spezifisch wird, wenn man weiß, wo die Figuren wirklich leben“, wird er im Artikel der Zeitung zitiert.

Aber um welche Figuren geht es in der Netflix-Serie „King of Stonks“ genau? Die Zuschauer verfolgen die Geschehnisse rund um Felix Armand (Thomas Schubert), der im Finanztechnologie-Unternehmen CableCash nach ganz oben möchte - und auf diesem Weg keine Skrupel kennt. Während sein extravaganter Chef Magnus (Matthias Brandt) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießt, muss Armand Betrügereien verdecken, Mafia, Anleger, Börsenaufsicht und Shortseller mit Lügengeschichten bei Laune halten und den Börsengang der Firma irgendwie über die Bühne kriegen.

„King of Stonks“ (Netflix): Satirische Aufarbeitung des Wirecard-Skandals

„King of Stonks“ ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Die Premiere fand am 25. Juni auf dem Filmfest in München statt. Dort gab es direkt eine Auszeichnung: den Bernd Burgmeister Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Serie“. Und auch die bisherigen Rezensionen fallen positiv aus: „Herrlich überdreht und gleichzeitig der Realität erschreckend genau abgeschaut“, heißt es in einer Videorezension der Süddeutschen Zeitung, in der „King of Stonks“ als „spektakulär gut geschrieben“ gelobt wird.

Produziert wurde die Serie übrigens von bildundtonfabrik (btf). Die war bereits für eine andere Netflix-Serie verantwortlich, die sich satirisch mit realen Ereignissen auseinandersetzt: „How To Sell Drugs Online (Fast)“. Regisseur Jan Bonny hat für das öffentlich rechtliche Fernsehen einige „Tatort“-Episoden gedreht und im Jahr 2019 mit „Wintermärchen“ ein Drama über den NSU-Terror in die Kinos gebracht.

Die sechs Episoden von „King of Stonks“ sind schnell geschaut. Wer damit durch ist, findet auf Netflix unzählige weitere Serien. Einer der größten Erfolge ist „Stranger Things“. Fans des Formats dürfen sich freuen: Ein Star der Serie kommt nämlich schon bald nach NRW. Wer beim TV-Gucken gerne Chips isst, sollte übrigens achtsam sein. Denn ein Hersteller stoppt den Verkauf von zwei bekannten Sorten.

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