Keine Zuschüsse mehr für Häuslebauer in NRW

DÜSSELDORF ▪ Das Jahr ist gerade mal halb herum, und schon zeigt das Land NRW privaten Häuslebauern die rote Karte. Anträge auf Fördermittel für Neubauten dürfen die örtlichen Bewilligungsbehörden nur noch bis zum 31. Juli entgegennehmen. Grund für den Annahmestopp: Die von der Landesregierung für dieses Jahr eingeplanten Mittel sind schon aufgebraucht.

Genau genommen reicht das Geld nicht einmal für alle bislang angenommen Neubauanträge aus. Denn der größte Teil des diesjährigen Mittelvolumens musste für die noch nicht erledigten Altanträge aus dem Jahr 2010 reserviert werden. Für Neuanträge bleibt kaum noch Masse. Häuslebauer in NRW, die Wohnungsfördermittel des Landes in Anspruch nehmen wollen, müssen also viel Geduld mitbringen. Die Mehrzahl der Neuanträge wird wohl erst aus dem Förderbudget für 2012 bedient werden können.

CDU und FDP im Landtag hatten vor solch einer Entwicklung gewarnt. Die rot-grüne Landesregierung hatte die Wohnungsfördermittel nämlich stark reduziert und zudem den Verteilungsschlüssel geändert. Waren im Jahr 2010 noch eine Milliarde Euro im Fördertopf (2009 waren es 950 Millionen Euro), so stehen im laufenden Jahr 2011 nur noch 800 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei hatte es trotz der weitaus höheren Fördersumme auch bereits im Vorjahr einen Antragsstopp gegeben – damals aber erst zum 15. September, wie Mirjam Grothjan, Sprecherin des NRW-Bauministeriums, unserer Zeitung gestern bestätigte.

Die Situation für private Häuslebauer hat sich dadurch zusätzlich verschärft, dass 400 Millionen Euro zweckgebunden für den sozialen Mietwohnungsbau bestimmt sind. Weitere 200 Millionen Euro sind für sogenannte energetische Sanierungen vorgesehen. Bleiben unterm Strich also nur 200 Millionen Euro für private Bauherren übrig. Und auch an dieses Geld ist nicht leicht ranzukommen. Denn seit die Wohnungsbauförderungsanstalt (WfA) des Landes der NRWBank einverleibt wurde, sind die Vergabebedingungen deutlich verschärft worden.

Wer sein Glück dennoch versuchen will, sollte Geduld mitbringen. Baumaßnahmen dürfen erst begonnen werden, wenn zuvor eine konkrete Förderzusage erteilt worden ist. Nur in Ausnahmefällen ist ein Baubeginn vor Erhalt der Förderzusage möglich. Dazu muss die örtliche Bewilligungsbehörde in den vorzeitigen Baubeginn einwilligen. Überhaupt empfiehlt Grothjan, sich immer zuerst an die Bewilligungsbehörde zu wenden und ausführlich zu informieren. Dort erfahren Bauwillige dann, dass die Darlehenssätze gekürzt und die Auszahlungsmodalitäten geändert wurden.

DETLEF BURRICHTER

Quelle: wa.de

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