Kaum Rückgang junger Koma-Säufer - Über 6000 Alkoholvergiftungen

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Symbolfoto.

DÜSSELDORF - Jahrelang nahm das Koma-Saufen junger Mensch zu. 2012 wurde zwar kein erneuter Rekord bei den stationär behandelten Alkohol-Exzessen verzeichnet. Suchtexperten sehen aber keinen Grund zur Entwarnung.

Die Fälle von akuten Alkoholvergiftungen junger Menschen verharren auf einem hohen Niveau. 6174 Kinder und Jugendliche wurden 2012 in Nordrhein-Westfalen wegen alkoholbedingter Verhaltensstörungen stationär in einem Krankenhaus behandelt, teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Düsseldorf mit. Das waren nur 55 Fälle oder 0,9 Prozent weniger als 2011, als nach jahrelangem stetigen Anstieg das bisherige Rekordniveau verzeichnet wurde. Bei Mädchen und jungen Frauen setzte sich der Anstieg im Jahr 2012 sogar weiter fort und erreichte einen neuen Höchststand. In der Statistik wurden Heranwachsende im Alter von zehn bis 19 Jahren erfasst.

Angesichts der aktuellen Zahlen fordert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm erneut eine Einschränkung von Alkoholwerbung und zugleich eine Preiserhöhung für alkoholische Getränke. "Auch Erwachsene trinken zu viel. Sie sind das Vorbild für Jugendliche", sagte die Sprecherin Christa Merfert-Diete am Freitag der dpa.

Die Statistiker ermittelten deutliche regionale Unterschiede innerhalb von NRW. Die höchsten Anteile der aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung behandelten Heranwachsenden an der gleichaltrigen Bevölkerung gab es 2012 im Kreis Soest (0,5 Prozent). Es folgten die Städte Hamm und Münster (beide 0,49 Prozent). Die niedrigsten Quoten ermittelte das Landesamt in der Stadt Mülheim an der Ruhr (0,16 Prozent) und im Kreis Siegen-Wittgenstein (0,17 Prozent). - lnw

Quelle: wa.de

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